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| Proto-Semitisches Alphabet |
Proto-Semitisches AlphabetDas proto-semitische Alphabet (auch proto-sinaitisch) ist vermutlich der gemeinsame Ursprung aller 22-buchstabigen nordwestsemitischen Abjaden. Es wird angenommen, dass es um 1700 v. Chr. unter dem Einfluss der ägyptischen Hieroglyphen auf der Sinaihalbinsel entstand, allerdings gibt es noch eine etwas ältere Schrift, die sog. Wadi-el-Hol-Schrift.
Erst das daraus hervorgegangene phönizische Alphabet ist archäologisch gut belegt, die ältesten Funden datieren um 1100 v. Chr.
Siehe auch
- Alphabet, Alphabetschrift, Geschichte der Schrift, Phönizisches Alphabet, Aramäisches Alphabet, Samaritanisches Alphabet, Hebräisches Alphabet
Weblinks
- [http://www.ancientscripts.com/protosinaitic.html Proto-Sinaitic]
- [http://www.crystalinks.com/phoenician.html The Proto-Canaanite Language]
- [http://phoenicia.org/alphabet.html The Alphabet Family Tree]
Kategorie:Alphabet
ko:셈 문자
AbjadAbdschad (nach den ersten vier Buchstaben) war die ältere Form des arabischen Alphabets, die sich noch an der Reihenfolge im phönizischen Alphabet und hebräischen Alefbet orientierte. Diese Buchstaben haben Zahlwerte, die z.B. in der Zahlenmystik eingesetzt werden. Dazu werden die Buchstaben in acht Wörtern angeordnet, deren erstes – abdschad (ابجد) – auch die Bedeutung Alphabet hat:
- ابجد – abdschad: 1–2–3–4
- هوز – hawwaz: 5–6–7
- حطى – hutti: 8–9–10
- كلمن – kalaman: 20–30–40–50
- سعفص – sa'fas: 60–70–80–90
- قرشت – qaraschat: 100–200–300–400
- ثخذ – thachidh: 500–600–700
- ضظغ – dazagh: 800–900–1000
Siehe auch: Arabisches Alphabet
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Nach Peter T. Daniels einflussreichem Buch History of Writing Systems wird Abdschad (abjad) auch als Synonym für Konsonantenschrift benutzt.
Weblinks:
- [http://www.Kultur-in-Asien.de/Schrift/seite580.htm Abjad - Bedeutung und Beispiele (von Dr. Bernhard Peter)]
Kategorie:Schrift
Kategorie:Arabische Schrift
1700 v. Chr.
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Das 17. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1700 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1601 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1700 v. Chr.: Schweres Erdbeben auf Kreta, bei dem sämtliche bekannte Zentren zerstört werden. Ende der "Altpalastzeit" und Beginn der "Neupalastzeit" mit Wiederaufbau der Zentren.
- um 1648 v. Chr.: Mit dem Eindringen der Hyksos in das Nildelta beginnt in Ägypten die Zweite Zwischenzeit.
- 1645 v. Chr.: Laut Eiskerndatierung von Grönländischem Eis fand in diesem Jahr ein immenser Vulkanausbruch statt, den man in Korrelation mit der Eruption auf Santorini (Thera) in Verbindung bringt.
- 1628 v. Chr.: Gewaltiges, Klimawirksames Ereignis, das auch mit dem Vulkanausbruch auf der griechischen Insel Thera in Zusammenhang gebracht wird.
- 2. Hälfte 17. Jh. v. Chr.: Erste reich ausgestattete Schachtgräber in der Argolis, Griechenland. Damit Beginn der Mykenischen Kultur.
Persönlichkeiten
Gestorben
- 1686 v. Chr. - Hammurapi, König von Babylon und König von Sumer und Akkad ( - 1728 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
- In Kreta wurde 1908 der rätselhafte Diskos von Phaistos ausgegraben. Dieser wird auf das 17. Jhd. v. Chr. datiert und beinhaltet damit den ältesten Text, der mittels Stempeln gedruckt wurde.
00-17
ja:紀元前17世紀
Hieroglyphen
Als (Alt-)Ägyptische Hieroglyphen (altgr. ιερός, hieros: „heilig“; γλύφω, glyphō: „(in Stein) gravieren/ritzen“; davon abgeleitet ιερογλυφικα γράμματα, hieroglyphika grammata: „die heiligen Schriftzeichen“) wird eines der altägyptischen Schriftsysteme bezeichnet. Ägyptische Hieroglyphen sind eine Bilderschrift, die etwa im Zeitraum von 3200 v. Chr. bis 300 n. Chr. in Ägypten benutzt wurde. Sie setzt sich aus Lautzeichen, Sinnzusammenhangszeichen und Bildzeichen zusammen. Eine Abwandlung dieser Schrift ist heute noch in koptischen religiösen Texten in Gebrauch, die Hinweise auf Übersetzung und Aussprache geben.
Geschichte und Entwicklung
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Frühzeit und Entstehung
Die Anfänge dieser Schrift lassen sich bis in die Vordynastische Zeit zurück verfolgen. Nach altägyptischen Sagen soll der Gott Thot die Hieroglyphen geschaffen haben.
Die Hieroglyphenschrift begann in frühgeschichtlicher Zeit als Notationssystem zur Abrechnung von Steuerzahlungen und wurde mit steigendem Bedürfnis an die zu kommunizierenden Inhalte weiterentwickelt und um Lautzeichen erweitert. Durch die Verbindung von Lautbildern konnte man so eine grobe Form jedes Wortes herstellen. Das System erwies sich auch ohne den Versuch, Vokale zu symbolisieren als erfolgreich. Die ägyptische Schrift ist eine Lautschrift.
Verbreitung
Die ägyptischen Hieroglyphen wurden zunächst wohl nur am Königshof benutzt. Im Laufe des Alten Reiches findet man sie aber in ganz Ägypten. außerhalb Ägyptens wurde die Schrift im größeren Rahmen jedoch nur im nubischen Raum verwendet, zunächst unter ägyptischer Herrschaft und dann auch, als dieses Gebiet einen eigenen Staat bildete. Um 300 v. Chr. wurden die ägyptischen Hieroglyphen hier von einer eigenen Schrift der Nubier meroitisch abgelöst, deren einzelne Zeichen jedoch ihren Urspung in den Hieroglyphen haben.
Zu einer unter stark ägyptischem Einfluss stehenden Stadt gehört Byblos im heutigen Libanon, die im phönizischen Herrschaftsgebiet lag und sich schnell zur Handelsmetropole zwischen den einheimischen Stämmen und dem reichen Ägypten entwickelte. Die dortige Verwaltung nutzte auch hier Hieroglyphen, wohl aber auch die Keilschrift. Im Neuen Reich fanden die Hieroglyphen auch in Vorderasien Verwendung, nämlich in den dortigen ägyptischen Herrschaftsgebieten. Sie spielten dort jedoch nie so eine große Rolle wie die Keilschrift.
Mit dem Wegfall der Hieroglyphen aus dem allgemeinen Gebrauch in römischer Zeit ging auch das Wissen um ihre Lesbarkeit verloren.
Ptolemäische Zeit
Von 323 bis 30 v. Chr. herrschten die Ptolemäer (makedonische Griechen) über das Land, und die Verwaltungssprache war griechisch. Trotzdem blieb die Hieroglyphenschrift für sakrale Texte in Verwendung. Dabei entwickelte man enorm viele neue Zeichen; der etwa 600 Zeichen umfassende Zeichensatz des Mittelägyptischen wurde auf mehrere tausend Zeichen erweitert.
Für Verträge wurde unter anderem das Demotische verwendet. Es galt das Recht, in dessen Sprache der Vertrag verfasst war; so gibt es Verträge, die bilingual verfasst sind. Dieser Umstand ist wichtig, da zum Beispiel Frauen nach ägyptischem Recht Verträge abschließen konnten, nach griechischem jedoch nicht. Ein in beiden Sprachen oder Schriften verfasster Vertrag konnte so in der demotischen Fassung von einer Frau gezeichnet sein, in der griechischen musste ein nah verwandtes männliches Familienmitglied (Ehemann, Vater, Bruder, …) unterschreiben.
Schrift
Schriftsysteme
Im alten Ägypten wurden Schriften in Hieroglyphen, Hieratisch, später Demotisch und Koptisch verfasst.
[http://imap.protege.de/rohleder/entwickl.html Ein Überblick über die Entwicklung der verschiedenen Schriften]
Hieroglyphen
Hieroglyphen sind eine Monumentalschrift. Das Schriftsystem hinter den Hieroglyphen ist auf die Verwendung an Tempel- oder Grabwänden ausgerichtet. Es beinhaltet neben orthografischen Aspekten sehr viele Eigenheiten die sich ausschließlich mit der Schönheit der angebrachten Schrift oder Erfordernissen wie Platzausnutzung erklären lassen. So ist die Schreibung ägyptischer Worte auch innerhalb eines Textes durchaus variabel. Bei der Hieroglyphenschrift handelt es sich trotz der starken Bildhaftigkeit (derer sich die Ägypter bewusst waren), kaum um eine Bilderschrift. Man kann die Hieroglyphen als Schönschrift zur hieratischen Schrift verstehen.
Hieratische Schrift
Die hieratische Schrift oder die Priesterschrift ist ebenso alt wie die Hieroglyphenschrift. Herodot überliefert, dass sie vorwiegend von Priestern verwendet wurde. Sie ist eine kursive Variante der Hieroglyphenschrift, die zum Schreiben mit einer Binse auf Papyrus oder ähnlich geeignetem Material (wie Ostraka aus Kalkstein oder Ton) gedacht war. Außer für religiöse Zwecke wurde sie auch für weltliche Angelegenheiten genutzt. Die Schrift bildet die gleichen Elemente wie die Hieroglyphen ab. Dadurch, dass sie schnell geschrieben wurde, flossen die Zeichen aber häufiger ineinander und abstrahierten im Laufe der Zeit immer stärker von den bildhaften Hieroglyphen. Hieratisch wird ursprünglich in Kolumnen, später in Zeilen und von rechts nach links geschrieben.
Demotisch
Um 650 v. Chr. wurde eine noch flüssigere und stärker von den Hieroglyphen abstrahierende Kursivschrift, das Demotische, auch Volksschrift genannt, entwickelt. Sie entstand als Kanzleischrift. Ihre Zeichen hängen zusammen und sie wurde zur Gebrauchsschrift in Ägypten. Der Stein von Rosetta ist das Schlüsseldokument, anhand dessen Champollion die Hieroglyphen entziffern konnte (siehe unten), denn der Text darauf ist in drei Schriften abgefasst: in Hieroglyphen, in Demotisch und Griechisch.
Koptische Schrift
Champollion
Die koptische Sprache hat sich aus dem Altägyptischen entwickelt, enthält aber auch viele griechische Wortstämme. Die koptische Schrift benutzt das griechische Alphabet mit einigen aus dem Demotischen übernommenen Sonderzeichen. Es gibt mehrere typisch koptische Schriftarten.
Koptisch als Schrift und als Sprache ist heute noch in der Koptischen Kirche für Liturgie-Zwecke in Verwendung, wird jedoch zunehmend von Arabisch verdrängt.
Schriftrichtung
Die Schriftzeichen können von rechts nach links oder links nach rechts und immer nur von oben nach unten angeordnet werden. Die Zeichen können in Zeilen (horizontal) oder Kolumnen (vertikal) aneinander gereiht werden. Innerhalb einer Zeile oder Kolumne ändert sich die Richtung der Hieroglyphen normalerweise nicht. Die genaue Anordnung unterliegt dabei ästhetischen Regeln. Die Schriftrichtung ist sehr leicht festzustellen, da die Zeichen immer in Richtung Textanfang gewandt sind, also dem Leser „entgegenblicken“. Am deutlichsten sieht man es bei der Darstellung von Tierformen oder Menschen.
Die Texte setzen sich aus Substantiven, Verben und anderen Wortarten zusammen, die nach strengen Wortstellungsregeln angeordnet sind. Leerzeichen gibt es nicht. Man erkennt das Ende eines Wortes häufig an dem darauffolgenden Deutzeichen.
Die Ägypter versuchten darüber hinaus, immer in optisch schönen Rechtecken zu schreiben.
Beispiel:
Das Wort 'Ptolemäus':
p:t-wA-l:M-i-i-s
In modernen Buchstaben:
Funktion der Hieroglyphen
Ägyptische Hieroglyphen können die Funktion von Ideogrammen, Fonogrammen oder Determinativen übernehmen. Ein Hieroglyphenzeichen kann dabei je nach Kontext in jede dieser Funktionen treten. Aufschluss darüber, ob und wie ein Zeichen gelesen werden kann, gibt im Zweifelsfall die Zeichenliste der Gardiner-Grammatik.
Fonogramme
Fonogramme sind Lautzeichen (Ein-, Zwei-, Drei- oder Mehrkonsonantenzeichen; z.B. R, A, mn, dsch). Sie werden ausschließlich wegen ihres Lautwertes benutzt und haben keinen Bezug zu dem Wort, das sie darstellen. Grundsätzlich gibt es wie im modernen Arabisch keine besonderen Zeichen für Vokale. Dagegen gibt es Zeichen für Konsonanten (Einlautzeichen), auch Zeichen für Silben wie für wu oder wun oder neb (Zwei- oder Mehrlautzeichen).
Da die Vokale weggelassen werden, stehen in einem Hieroglyphenwort meist nur Konsonanten. Es gibt auch Zeichen für zwei nebeneinander stehende Konsonanten, egal ob nun ein Vokal oder nicht dazwischen auszusprechen war, zum Beispiel: mama-mm.
Eine Hieroglyphe kann mehrere verschiedene Lautbestände darstellen. Der konkrete Lautbestand, der durch eine Hieroglyphe dargestellt wird, ergibt sich aus dem Kontext (z.B. dem Determinativ) oder durch eine fonetische Komplementierung.
Einkonsonantenzeichen – „Alphabet“
Oft findet man moderne Vornamen in Hieroglyphen geschrieben. Dazu benötigt man natürlich ein Alphabet mit etwa 25 Hieroglyphen (siehe auch Hieroglyphen-ABC). Aber niemand weiß genau, wie die Hieroglyphen auszusprechen waren. Da selbst Ägypter nicht immer die gleichen Hieroglyphen benutzten, verbreiteten sich viele verschiedene Schreibweisen in USA, Europa und der ganzen Welt.
Mehrkonsonantenzeichen
Die kleinen e sind die nach internationaler Konvention hinzugefügten Laute, um die Aussprache (siehe ebenda) zu erleichtern.
HeR D2 TeP D1 IR D4 KA D28
Semogramme, Logogramme, Ideogramme (Bilderschriftzeichen)
(Bezeichnung eines Lautwerts (Wortes) etwa: Himmel, Haus)
Ideogramme (Begriffszeichen) stellen ein spezifisches Objekt oder etwas nahe Verwandtes dar. So könnte das Zeichen für Sonne Sonne oder Tag bedeuten. Sie stehen für ganze Worte, wie etwa für Kind oder Tier. Die ägyptischen Götter hatten auch noch spezielle Zeichen. Manche Wörter kamen so häufig vor, dass man für diese Wörter ein einziges Zeichen benutzte und es immer wieder verwendete.
Haus (PR) O1:Z1
Sonne, Gott Re (RA) N5:Z1
(Deutzeichen, Kennzeichen sprachlicher Einheiten, wie aus Holz, weiblich, etwas Himmlisches) Wenn man zum Beispiel ein Junge ist, muss man einen Jungen hinter dem Wort Ich malen, und ein Mädchen muss dann natürlich hinter dem Ich ein Mädchen malen. Wörter die sich auf den König oder die Götter bezogen, wurden meist durch eine Schleife um das Wort hervorgehoben (Kartusche).
Das Bild eines Objektes kann nicht nur für das Wort selbst stehen, sondern auch für ein Wort gleicher Lautung aber unterschiedlicher Bedeutung – so hat beispielsweise der Grundriss eines Hauses die Bedeutung Haus, in Verbindung laufender Beine bedeutet es jedoch ausgehen. Dieses Prinzip machte es möglich, Eigennamen, abstrakte Vorstellungen und grammatische Elemente zu schreiben. Am Ende eines Wortes stand meist eine Determinativa, die anzeigte, welcher Kategorie dieses Wort angehörte (z. B. zeigte die Papyrusrolle eine abstrakte Bedeutung für das Wort an).
Sachen die etwas zu tun haben mit:
Namen wurden beispielsweise in der Hieroglyphenschrift mit den Determinativen A1 für Mann bzw. B1 für Frau abgeschlossen.
Zahlen
Das Zahlensystem ist relativ einfach vom heutigen Standpunkt. Die Ägypter benutzten wie wir das Zehnersystem. Für Einer, Zehner, Hunderter und so weiter gab es immer ein bestimmtes Zeichen. So musste man nur die jeweiligen Zeichen zählen und zusammen rechnen.
Brüche
Die Stammbrüche (1:x), speziell die Zweierpotenzen (2,4,8,16…) haben die Ägypter als Elemente des Udjat-Auges geschrieben.
Das Udjat-Auge ist das von Thot geheilte, wiederhergestellte Auge des Horus (Mondauge).
Die einzelnen Teile des Udjat-Auges dienen als Bruchteile des Hohlmaßes hekat (1 Hekat = 4,8 Liter). Die Summe der Bruchzahlen ergibt 63:64; 1:64 hat Thot angeblich verschwinden lassen.
[http://www.pernefer.de/symbol.htm Stammbrüche]
Übersetzung
Die Entzifferung der Hieroglyphen gelang 1822 Jean-François Champollion, nachdem ihre Bedeutung 1500 Jahre zuvor verloren gegangen war, mit Hilfe des Steins von Rosetta. Bis heute sind rund 6.000 Symbole bekannt. Der Stein von Rosetta wurde während Napoleons Ägyptenexpedition bei Schanzarbeiten (Bauen einer Militärschanze) nahe der Stadt Rosetta gefunden.
Die durch Athanasius Kircher veröffentlichte koptische Grammatik und die damit verbundene Kenntnis des Koptischen bildete eine Grundlage zur Wiedergewinnung des altägyptischen Wortschatzes.
[http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forschungsprojekte/altaegyptwb/de/Startseite Wörterbuchprojekt der BBAW]
Transkription
Bei der Übersetzung hieroglyphischer Texte wird immer erst eine Transkription in ägyptologische Umschrift angefertigt. Dieser Vorgang ist nur in die eine Richtung eindeutig, sprich hieroglyphische Repräsentationen lassen sich aus einem Text in Umschrift nicht mehr rückgewinnen. Für Umschrift werden verschiedene Systeme verwendet, die allerdings alle mehr oder weniger die gleichen Laute darstellen. Im Internet und z. B. für Zeichenbelegungen von Fonts ist die Kodierung der Umschrift nach [http://perso.wanadoo.fr/thotweb/encyclopedie/codage.htm Manuel de Codage] üblich. Sinn der Umsetzung in Umschrift ist die Verdeutlichung der Lesung der Hieroglyphen.
Hieratische Texte werden vor der Transkription in Umschrift häufig erst in Hieroglyphen überführt (Transliteration) und so auch veröffentlicht, damit die Identifizierung der Schriftzeichen mit entsprechenden Hieroglyphen verdeutlicht werden kann. Die Identifizierung der kursiven Schriftzeichen ist zum Teil nur durch Experten durchführbar, und nicht von allen mit der Hieroglyphenschrift Vertrauten einfach nachzuvollziehen.
Demotische Texte hingegen werden üblicherweise nicht erst transliteriert, sondern direkt in Umschrift transkribiert. Die Demotistik ist ein spezieller Zweig der Ägyptologie und das Lesen dieser Schrift bedarf einer gesonderten Ausbildung.
Aussprache
Da die Hieroglyphenschrift zu einer Sprache gehört, die seit spätestens dem 17. Jahrhundert mit Verdrängung des Koptischen als Verkehrssprache vom Arabischen tot ist und darin auch keine Vokale notiert werden, hat man Schwierigkeiten beim Transkribieren der hieroglyphischen Texte in moderne Alphabete. So kommen die recht verschiedenen Schreibweisen des gleichen Namens zustande, wie zum Beispiel: Nofretete im Deutschen und Nefertiti im Englischen. Die altägyptische Sprache spricht keiner mehr, so weiß man leider auch nicht, wie das Altägyptische auszusprechen ist. Einen Anhaltspunkt bilden die Kopten, die ca. 8 Millionen ägyptisch-orthodoxen Christen, die ihre religiösen Texte zum Teil immer noch in koptischer Schrift verfassen und Koptisch zu Liturgie-Zwecken sprechen. Allerdings resultiert das modern gesprochene Koptisch aus einer Aussprache-Reform und gibt damit trotz altägyptischer Wurzeln nur wenig Auskunft über die Aussprache des Altägyptischen.
Anmerkung: Heute spricht man in Ägypten im Alltag Arabisch. Auch in der Koptischen Kirche verdrängt Arabisch zunehmend Koptisch als Liturgie-Sprache.
Rekonstruktionsversuche der Aussprache des Altägyptischen gibt und gab es immer wieder – unter anderem auch für den Film Die Mumie.
Ägyptologen behelfen sich bei der Aussprache der ägyptischen Vokabeln dadurch, dass zwischen Konsonanten ein e eingefügt wird. Das ist die Regel, aber nicht ohne Ausnahme: so werden zum Beispiel Königsnamen auch nach überlieferten griechischen Schreibungen ausgesprochen und für einige Vokabeln haben sich auch Sprechweisen eingebürgert, die sich dann je nach Ägyptologen-Schule auch unterscheiden können.
Grammatik
Siehe Altägyptisch.
Altägyptische Literatur
Die Literatur dieser Zeit beschäftigte sich vor allem mit folgenden Bereichen:
- der wissenschaftlichen Literatur: Sie umfasste vor allem die Medizin, Astronomie und die Mathematik;
- der schönen Literatur mit einer Fülle von Erzählungen und Märchen;
- religiöse Texte.
Recht selten sind (quasi-)alltägliche Texte überliefert, die einen besseren Einblick in die damalige Lebensweise geben. Umfassendster Lieferant an Quellen dieser Art ist der Brunnen von Deir el-Medina, dem Arbeiterdorf des Tales der Könige, der nach gescheiterten Versuchen auf Wasser zu treffen, mit Ostraka verfüllt wurde. Bei der Bewertung der Quellen aus Deir el-Medina darf nicht vergessen werden, dass dessen Bewohnerschaft verhältnismäßig privilegiert war. Sonst überliefert sind beispielsweise Übungstexte aus Schreibschulen, die zum einen das Pensum der Schüler und ihr Verhältnis zu den Lehrern zeigen und zum anderen inhaltlich oft die besondere Stellung der Schreiber in der Gesellschaft herausstellen.
Die Fähigkeit zum Schreiben besaß nicht jeder im Lande. So gab es hohe Stellen an Königshäusern als Schreiber. Die Grundfarben des Schreibers waren Schwarz und Rot.
Hieroglyphen werden von den Ägyptern selbst als ein Geschenk der Götter und als heilig betrachtet. Hieroglyphen (nicht deren Kursive) wurden primär zum Anbringen von Texten an z. B. Tempelwänden, Heiligtümern oder in Gräbern verwendet. Daher rührt vermutlich auch ihr Name, griechisch hieros, heilig, und glyphein, einmeißeln. Aber auch die eigene Geschichte wird aufgezeichnet, Königslisten, Hochzeiten und Schlachten werden niedergeschrieben. Verkaufs- und Eheverträge werden erstellt und eine Fülle an literarischen Werken angefertigt – diese allerdings üblicherweise in kursiven Schriften. Das bekannteste Literaturdenkmal ist das Totenbuch der 19. Dynastie aus dem 13. Jahrhundert v. Chr.. Gleichfalls entstehen geographische und naturwissenschaftliche Dokumente, Schriften über Pharmazie, Medizin, Weissagekunst, Magie, Küche, Astronomie und Zeitmessung. Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. wird statt des Mondkalenders der Sonnenkalender mit 365 1/4 Tagen pro Jahr eingeführt.
Der Beruf des Schreibers
Die Schreiber bilden zunehmend eine privilegierte Kaste. Sie kontrollieren die Steuereinnahmen und die Ausbildung, die durch die Vielfalt der Zeichen sehr schwierig ist. Nur die begabtesten Schüler studieren bis in das Erwachsenenalter hinein. Diktate und Abschreibübungen sind an der Tagesordnung. Faule Schüler werden durch Züchtigungen und sogar Gefängnisstrafen diszipliniert.
Die Ausbildung zum Schreiber begann mit einer der Kursivschriften (Hieratisch oder Demotisch). Die Hieroglyphen wurden später gelernt und wurden nicht von jedem Schreiber beherrscht. Heute lernt man erst die Hieroglyphen und dann die Kursivschriften.
Schriftmedien
Die Ägypter verwandten als Schriftmedien Stein, Ton, aber auch Rollen aus Papyrus, Leder und Leinen, die sie kunstvoll mit kolorierten Bildern versehen. Die Werkzeuge des Schreibers sind
- ein meist hölzernes Etui mit mehreren Schreibrohren, die am Ende entweder flachgehämmert oder schräg geschnitten sind,
- eine Platte als Unterlage und zum Glätten des Papyrus,
- ein Vorrat an schwarzer Tinte (aus Rußpulver, als Bindemittel wird Gummi arabicum verwendet),
- und einer mit roter Tinte für Titel, Überschriften und Kapitelanfänge (siehe Rubrum) nicht jedoch für Götternamen (aus Zinnoberpulver, einer Quecksilber-Schwefel-Verbindung oder aus Bleioxid),
- ein Fässchen für Wasser, mit dem die Tinte angerührt wird
- und ein Messer zum Schneiden des Papyrus.
Der längste erhaltene Papyrus misst 40 Meter. Leder wird vorwiegend für Texte von großer Bedeutung verwendet.
Siehe auch
- Hieroglyphen in der Wikipedia
- Luwische Hieroglyphen
- arabische Schrift
- aramäische Schrift
- Byblos-Schrift
- Gardiner-Liste
- Hieroglyphen-ABC
- Keilschrift
- phönizische Schrift
- sumerische Schrift
- luwisch
- Hieratisch
- Demotisch
- Koptisch, Kopten
Weblinks
- [http://www.hieroglyphen-info.de/ Informationen zu den Schriftzeichen]
- [http://www.hieroglyphen.de/ Alphabete, Beispielnamen und Hintergrundinformationen zu ägyptischen Schriftzeichen]
- [http://www.meritneith.de/erforscher_hieros.htm Erforscher der Hieroglyphen]
Agyptische Hieroglyphen
Agyptische Hieroglyphen
ja:ヒエログリフ
ko:이집트 상형문자
th:เฮียโรกลิฟ
Wadi-el-Hol-SchriftAls Wadi-el-Hol-Schrift wird eine Buchstabenschrift bezeichnet, die in Inschriften benutzt wurde, welche in einem ausgetrockneten Flussbett namens Wadi el-Hol westlich von Luxor in Ägypten gefunden wurden. Sie entstand vermutlich zwischen 1900 und 1800 vor Christus und wäre damit die älteste bekannte Buchstabenschrift.
Die Inschriften stammen aber wahrscheinlich nicht von Ägyptern, sondern von Semiten aus Palästina oder Syrien, die als Bergleute, Händler oder Söldner ins Niltal kamen.
Die Semiten vereinfachten vermutlich einige der zahlreichen Hieroglyphen zu etwa 30 Symbolen. Der genaue Inhalt der sich auf zwei Kalksteinen befindlichen Texte ist noch nicht geklärt. Die Zeichen sind dem Protosemitischen Alphabet sehr ähnlich, sie wurden aber viel weiter südlich, im Herzen des schriftkundigen Ägypten gefunden.
Frank M. Cross von der Harvard University hält sie für die "sicherlich älteste Alphabetschrift"; die Inschriften seien so ähnlich zu späteren semitischen Schriften, dass sich schließen lasse, dass sie zu ein und der selben Entwicklungslinie gehören.
Brian Colless betrachtet die Wadi-el-Hol-Schrift als Vorläufer einer Alphabetschrift, die noch einige Elemente ihres hieratischen Ursprungs bewahrt habe. Er nimmt zum Beispiel wie
Albright an, dass der Buchstabe n, von dem Hieroglyph für Schlange abstammt, denn der Name dieses Buchstabens war ursprünglich nachasch, das Kanaanitische Wort für Schlange. Möglicherweise standen die Zeichen für mehr als jeweils einen Konsonanten, in dem sie als Symbol verschiedene Worte repräsentierten (vergl. dt. Schlange, Natter, Viper, Otter).
Die Inschriften wurden 1999 beim Vermessen einer alten Karawanenroute zwischen Theben und Abydos durch ein Archäologen-Team um John Coleman Darnell von der Yale-Universität in New Haven entdeckt.
Literatur
- Elizabeth J. Himelfarb: First Alphabet Found in Egypt, in: Archaeology 53:1 (Jan/Feb 2000). [http://www.archaeology.org/0001/newsbriefs/egypt.html online]
Kategorie:Schrift
Kategorie:Ägyptologie
1100 v. Chr.
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Das 11. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1100 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1001 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- ab ca. 1050/1025: Aufkommen der protogeometrischen Keramik in Griechenland, die die spät-mykenische ablöst. Damit Beginn der Geometrischen Zeit
- Beginn der "ionischen Kolonisation", dabei nach der Überlieferung 1053 Neugründung Milets.
- Träger der Urnenfelderkultur siedeln in Kitzbühel, um Kupfererz zu schürfen
- Phönizische Seefahrer besuchen Fuerteventura und Lanzarote
- Phönizier siedelten sich an der Südküste Spaniens (Cádiz) an.
Persönlichkeiten
- Der biblische Prophet Samuel lebte in dieser Zeit.
Erfindungen und Entdeckungen
- ca. 1100 - Frühester chinesischer Landkompass
- In der Shang-Dynastie in China (etwa 1600 bis 1045 v. Chr.) werden Schriftzeichen auf Knochen eingeritzt.
00-11
ja:紀元前11世紀
AlphabetschriftAls alphabetische Schrift oder Buchstabenschrift bezeichnet man ein Schriftsystem, dem die Phoneme (Laute) einer Sprache als diskrete Zeicheneinheiten zugrunde liegen. Diese Einheiten - meist handelt es sich um etwa 20 bis 40 verschiedene Zeichen - werden als Buchstaben bezeichnet. Sie haben keine semantische Bedeutung und lassen sich in ihrer Gesamtheit in einem Alphabet zusammenfassen.
Jede alphabetische Schrift ist eine phonographische Schrift, deren Prinzip besonders streng von der Lautschrift vertreten wird: ein Zeichen bezeichnet einen Sprachlaut. Den Gegensatz dazu bilden die Silbenschriften, die auf visualisierten Silben (Lautkombinationen) basieren, und die logographischen Schriften, die Zeichen für semantische Einheiten (Begriffe, "Ideen") kennen.
Um etwa 1500 v. Chr. entwickelten im östlichen Mittelmeerraum die Phönizier dasjenige Alphabet, von dem alle späteren Alphabetschriften und mithin alle modernen europäischen Alphabete, einschließlich des griechischen, lateinischen und des kyrillischen, abstammen.
Geschichte und Entwicklung
Die frühesten Einritzungen, hinter denen nach Gimbutas und Haarmann eine Schrift im eigentlichen Sinne zu vermuten sein könnte, stammen aus der alteuropäischen Vinca-Kultur im Raum des heutigen Serbien; Charakter und Interpretation dieser Funde aus dem 6. bis 5. Jahrtausend v. Chr. sind jedoch äußerst umstritten. Die ältesten nachweislichen Schriftfunde stammen aus den Tälern von Euphrat und Tigris (Mesopotamien); dabei handelt es sich zunächst um eine Bilderschrift (ab etwa 3500 v. Chr.) sowie eine Keilschrift, die auf Tontafeln festgehalten wurde:
: „Die ältesten Texte enthalten jeweils nur als Zahlzeichen erkannte Symbole, auf die immer nur wenige Zeichen folgen. Diese zeigen noch einen stark bildhaften Charakter: Jedes Zeichen repräsentiert eine vereinfache Darstellung eines gegebenen Gegenstandes, wobei komplizierte Bilder, wie etwa Menschen in bestimmten Haltungen, bewußt vermieden werden“ (Burkhard Kienast).
Etwas später, um 3200 v. Chr., entstanden die ägyptischen Hieroglyphen, dann um 2300 bis 2000 v. Chr. die akkadische Silbenschrift sowie um 1700 v. Chr. schließlich die phönizische Buchstabenschrift; hier wurden erstmals alle Einzelkonsonanten mit rund 30 Zeichen visualisiert.
Die alphabetische Schrift wurde zwischen 1500 und 1200 v. Chr. von den Phöniziern aus der ägyptischen hieratischen Schrift entwickelt; dabei entstand zunächst eine reine Konsonantenschrift. Die Struktur der semitischen Sprachen (Wort-Radikale aus drei Konsonanten) dürfte diesen Vorgang begünstigt haben.
Ab etwa 900 v. Chr. wurde die alphabetische Schrift von den Aramäern weiterentwickelt. Die Moabiter und palästinischen Phönizier fügten einige Vokalbuchstaben hinzu. Die Hebräer verfügten bereits über Pergament und Papyrus, daher konnten sie eine effizientere Schrift entwickeln (Innis).
Spätestens um 800 v. Chr. übernahmen die Griechen das Alphabet von den Phöniziern. Sie fügten Buchstaben für alle Vokale hinzu, d. h. in Griechenland entstand das erste vollständige phonetische Alphabet, das alle Konsonanten und Vokale visualisierte:
: „Die Griechen steuerten nicht die Vokale bei (ein verbreiteter Irrtum: Vokalzeichen waren bereits in Erscheinung getreten, etwa in der mesopotamischen Keilschrift und in der minoisch-mykenischen Linearschrift B, sondern erfanden den (reinen) Konsonanten. Und damit stellten sie der Menschheit zum ersten Mal eine visuelle Wiedergabe von Sprechgeräuschen zur Verfügung, die ebenso ökonomisch wie erschöpfend war: eine Elemententafel, deren Elemente sich zu unendlich vielfältigen Kombinationen gruppieren lassen, dass mit ziemlicher Genauigkeit jeder nur denkbare Sprachlaut repräsentiert werden kann“ (Als die Muse schreiben lernte).
Um 700 v. Chr. wuchs auch die Verbreitung von Münzen:
: „Die beiden größten Erfindungen des menschlichen Geistes sind die Schrift und das Geld – die Universalsprache des Verstandes und die des Eigennutzes“ (Mirabeau).
Die Öffnung der ägyptischen Häfen für die Griechen im Jahre 670 v. Chr. und die Gründung Naukratis 650 v. Chr. hatten den Zugang für Papyrus erleichtert, was zu einem explosionsartigen Anstieg von lyrischer Dichtung führte (Innis); nach Havelock blieb die Produktion von Texten dagegen bis zum 5. Jahrhundert bescheiden (Als die Muse schreiben lernte).
Zwischen 404 und 403 v. Chr. wurde in Athen das ionische Alphabet übernommen. Durch ein vereinfachtes, flexibles Alphabet und die Zunahme an Schreib- und Lesekundigen rückte logisches Denken und somit allgemeine Übereinkunft in den Vordergrund (Innis).
Eric A. Havelock:
: „Zweifellos hat unter allen Kommunikationssystemen des Menschen das griechische Alphabet eine beispiellose Effektivität bewiesen und eine einzigartige Ausbreitung erfahren“ (Als die Muse schreiben lernte).
Goody merkt dazu an:
: „Die Ursache für den Erfolg des Alphabets [...] hängt damit zusammen, dass seine graphischen Zeichen – und darin unterscheidet es sich von allen anderen Schriftsystemen – Repräsentationen des extremsten und universalsten Beispiels kultureller Selektion sind – des elementaren phonemischen Systems. Die menschlichen Sprechwerkzeuge können zwar eine riesige Zahl von Lauten erzeugen, doch beruhen fast alle Sprachen auf dem formalen Wiedererkennen von nur ungefähr vierzig dieser Laute durch die Mitglieder einer Gesellschaft. Der Erfolg des Alphabets (das gleiche gilt für einige seiner gelegentlichen Schwierigkeiten) gründet darin, dass sein System der graphischen Repräsentation sich diese in allen Sprachsystemen gesellschaftlich konventionalisierte Lautstruktur in allen Sprachsystemen zunutze macht, denn dadurch, daß das Alphabet diese ausgewählten phonemischen Elemente symbolisiert, wird es möglich, alles, worüber die Gesellschaft sprechen kann, ohne Mühe aufzuschreiben und die Schrift ohne Mehrdeutigkeiten zu lesen“.
Vorgeschichte
Die frühesten Zeugnisse einer Schrift werden allgemein den Sumerern (ca. 3500 v. Chr.) zugeschrieben. Sie benutzten logographische Zeichen und eine Keilschrift für Verwaltungszwecke. Bei den älteren Funden der Vinca-Zeichen handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine Schrift. Etwas später, um 3200 v. Chr. entstanden die ägyptischen Hieroglyphen, dann um 2300 bis 2000 v. Chr. die akkadische Silbenschrift.
Die Schwäche der bis um 1500 v. Chr. bekannten Schriftsysteme war ihre Kompliziertheit. Sie waren auf Grund der großen Zahl verschiedener Symbole schwer zu erlernen. Die Keilschrift umfasste bis zu 600 Zeichen, wovon die Hälfte als Silbenzeichen diente. Obwohl die Ägypter ebenfalls schon mit Silbenzeichen operierten, lösten sie sich nicht von den traditionellen Hieroglyphen, von denen zeitweise mehrere Tausend benutzt wurden. Sie verwendeten beides in Kombination.
Die Erfinder der Alphabetschrift
Von wem die erste rein alphabetische Schrift erfunden wurde, lässt sich nicht mehr mit absoluter Sicherheit feststellen. Fakt ist, dass die meisten späteren Alphabetschriften auf die phönizische Schrift (1500 v. Chr.) zurückgehen. Es gilt auch als erwiesen, dass die Erfinder einer semitischen Sprache angehörten. Man spricht daher auch vom „nordsemitischen“ Alphabet.
Die Erfinder kannten die damals gängigen Schriftsysteme, die ihnen als Inspiration gedient haben mögen. So lassen sich Bezüge zur ägyptischen hieratischen Schrift, aber am Beispiel der ugaritischen Schrift auch zu Keilschriften herstellen.
Das erste bekannte Alphabet
Das Neue an dieser Schrift war die Reduktion der Bedeutung der Schriftzeichen auf kleinste bedeutungsunterscheidende Einheiten. Dadurch kam man mit einem vergleichsweise kleinem Satz von nur 22 Zeichen aus. Es wurden zunächst nur Konsonanten geschrieben. (Siehe Phönizisches Alphabet).
Die Formen der Zeichen stellten vereinfachte Abbildungen der mit den Buchstabennamen bezeichneten Gegenstände dar (nach dem Vorbild der Hieroglyphen). Einige Zeichen scheinen dieser These zu widersprechen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Formen möglicherweise Veränderungen erlitten haben und uns weder ihre anfängliche Gestalt noch ihre ursprünglichen Namen überliefert sind. Für einige Zeichen sind auch mehrere Namen belegt (z. B. Nun (Fisch) = Nachasch (Schlange)), was vermuten lässt, dass die Namen im Nachhinein, nach der Form der Zeichen vergeben wurden. Überhaupt darf man annehmen, dass bei der Entstehung eher Pragmatismus als Tradition bestimmend war.
Verwandtschaften
Spätere Alphabete lassen sich alle auf das nordsemitische zurückführen. Die Verwandtschaft offenbart sich dabei nicht so sehr durch die Formen der Zeichen – die können sogar sehr stark von einander abweichen. Denn man bedient sich aus praktischen Gründen der einfachsten Zeichen wie Strich, Kreis oder Punkt (oder man reduziert komplexere Zeichen auf diese). So sind zufällige Ähnlichkeiten zwischen Systemen verschiedener Kulturkreise und Epochen sehr wahrscheinlich. Besseren Aufschluss über die Verwandtschaft geben dagegen die Reihenfolge der Buchstaben in Aufzählungen und ihr Gebrauch in Schriftzeugnissen. Man geht allgemein davon aus, dass alle späteren Alphabete Modifikationen bzw. Nachahmungen des phönizischen Alphabetes sind. Vereinzelt anders lautende Meinungen konnten sich nicht durchsetzen (siehe z. B. Vinca-Schrift, Indus-Schrift).
Die Erfindung setzt sich durch
Semitische Alphabete
Von dem gemeinsamen Vorbild aus entwickelten sich mehrere „altsemitsiche“ Alphabete.
Zum einen die eigentlich phönizische Schrift (Inschriften von Zypern, Malta, Carpentras und auf phönizischen Münzen, nur Konsonanten, mit oder ohne Worttrennung), davon die samaritanische und die altgriechische Schrift. Dann die phönizisch-ägyptische Schrift (auf Mumienbandagen, mit drei Vokalzeichen) und die jüdische Münzschrift.
Zum anderen der aramäische Zweig, die Quadratschrift, die palmyrenische Schrift (ohne Vokale und Worttrennung, mit Ligaturen) die altsyrische Schrift Estrangelo und Kufisch, eine altarabische Schrift.
Verbreitung im Nahen Osten
Im 1. Jahrtausend v. Chr. verbreitete sich das aramäische Alphabet durch das Eindringen der aramäischen Sprache in Assyrien. Aramäische Wörter wurden ins Assyrische übernommen. Es gibt Belege für zweisprachige Texte mit jeweils einer akkadischen und einer aramäischen Fassung. Die Einfachheit des Systems gegenüber dem Silben- und Ganzwortsystem der Keilschrift verhalf dem aramäischen Alphabet zum Durchbruch. Aufgrund der stark gerundeten Zeichen war die neue Schrift nicht für Medien wie Ton geeignet. Deshalb schrieb man auf vergängliche Materialien, weshalb auch die meisten dieser Schriften verloren gegangen sind. Den Anteil gefundener Keilschrift-Dokumente aus dieser Zeit darf man deshalb auch nicht als repräsentativ betrachten (Lit.:Eva Cancik-Kirchbaum: Die Assyrer)
Über Handelswege gelangte das aramäische Alphabet bis nach China, wo die Mongolen ihre Schrift aus der aramäischen entwickelten. Weitere Ableger sind die hebräische, indische, syrische und die arabische Schrift.
Vokale kommen dazu
Schon die ersten Alphabetschriften wurden mit Vokalzeichen ergänzt. Zunächst wurden Aleph, Waw und Jod neben ihrer konsonantischen Bedeutung auch als Zeichen für lange Vokale (a, u, i) gebraucht. Andere Vokale wurden den Konsonanten in Form von Punkten oder Strichen zugeordnet. Mit der Übernahme der semitischen Alphabete in andere Sprachen wurden diese durch Vokalbuchstaben ergänzt. Einige Systeme stellten die Vokale durch kleine Modifikationen an den Konsonanten dar, wodurch diese in gewissem Sinne wieder zu Silbenzeichen wurden (z. B. die äthiopische Schrift, die aber von einem griechischen Vorbild stammt). Siehe auch zum inhärenten Vokal in der indischen Schrift.
Alphabet der Griechen
Die Griechen übernahmen das nordsemitische Alphabet samt den semitischen Namen etwa 1100 v. Chr.. Sie erweiterten es um zwei Zeichen und deuteten einige Zeichen ihrer Sprache entsprechend um. Einige Zeichen wurden zu Vokalen. Während die Schreibrichtung zunächst nicht festgelegt war, setzte sich 500 v.u.Z. die Schreibrichtung von links nach rechts durch.
Ursprung der indischen Alphabete
Zwischen 800 und 600 v. Chr. entwickelte sich nach einem ostaramäischen Vorbild die Brahmi-Schrift, der Vorfahre der indischen Alphabetschriften oder Abugidas.
Europa
Aus dem griechischen Alphabet entwickelte sich das etruskische, aus diesem wiederum das oskische, umbrische und römische Alphabet.
Durch die römischen Eroberungen und die Verbreitung der lateinischen Sprache setzte sich das römische Alphabet in Westeuropa durch, wozu es an die jeweiligen Sprachen angepasst wurde.
Die seit dem 3. Jahrhundert belegte Runenschrift wird entweder auf die von italischen Stämmen in den Ostalpen verwendetete nordetruskische Schrift und das lateinischen Alphabet zurückgeführt oder als Schöpfung eines germanischen Volkes angesehen, das im heutigen Böhmen lebte. Bei letzterem wird wohl das Prinzip der Alphabetschrift vom lateinischen Alphabet her bekannt gewesen sein.
Das kyrillische Alphabet stammt vom griechischen ab. Es wurde um 900 von griechischen Missionaren entworfen, die die Slawen zum Christentum bekehrten.
Systematik der Alphabetschriften
Hinsichtlich ihres Bezugs zur Phonologie lassen sich die alphabetischen Schriften nach ihrer Lauttreue wie folgt einteilen:
Keine Kultur hat eine vollständige phonetische Schrift entwickelt; die einzigen funktionierenden phonetischen Schriftsysteme wurden künstlich entwickelt, beispielsweise das IPA. Ein Schriftsystem auf Basis des phonetischen Prinzips wäre als Gebrauchsorthographie unbrauchbar.
Literatur
- David Sacks: Letter Perfect: The Marvelous History of Our Alphabet From A to Z, ISBN 0767911733 (auf Englisch)
- David Sacks: The Alphabet, ISBN 0099436825
- Eric A. Havelock: The Muse Learns to Write: Reflections on Orality and Literacy from the Antiquity to the Present. New Haven (Conn.), 1986 (dt. Übers. Als die Muse schreiben lernte. Frankfurt 1992)
- Eric A. Havelock: The Literate Revolution in Greece and it's Cultural Consequences. Princeton N. J., 1982 (dt. Übers. Schriftlichkeit. Das griechische Alphabet als kulturelle Revolution. Weinheim 1990)
- Burkhard Kienast: Keilschrift und Keilschriftliteratur, in: Frühe Schriftzeugnisse der Menschheit, ISBN ?
Siehe auch
- Schrift
- Geschichte der Schrift
- Alphabetisches Monopol
- Oralität und Literalität
- Aufschreibesystem
- Medientheorie, Mediologie und Kulturwissenschaft
- Stenografie
Weblinks
- [http://www.typolexikon.de/s/schriftgeschichte.html Schriftgeschichte]
- [http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~sk/soemz03/schrift.html Schrift und Verschriftlichung]
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Schrift
Phönizisches Alphabet
Das phönizische Alphabet ist die Grundlage des aramäischen Alphabets, welches seinerseits Grundlage des hebräischen, des arabischen und damit der verschiedenen indischen Alphabete ist sowie des griechischen und damit des lateinischen und des kyrillischen Alphabets. Erkenntlich ist dies auf den ersten Blick durch die beiden gleichen Anfangsbuchstaben, in manchen Alphabeten sind es auch mehr als zwei gleiche Anfangsbuchstaben:
- phönizisches Alphabet: Aleph, Beth, Gimel, Daleth, He, Waw, Zajin, ...
- aramäisches Alphabet: Aleph, Beth, Gemal, Daleth, He, Waw, Zai, ...
- griechisches Alphabet: Alpha, Beta, Gamma, Delta, ...
- lateinisches Alphabet: A, B, C, D, ...
- kyrillisches Alphabet: A, B, W, G, D, ...
- hebräisches Alphabet: Aleph, Beth, Gimel, Daleth, He, Waw, Zajin, ...
- arabisches Alphabet: Alif, Bā, ...
Das arabische Alphabet (Abdschadiya) weicht dann aber von der nahezu einheitlichen Reihenfolge ab, da die Buchstaben später nach optischer Ähnlichkeit neu gruppiert wurden. In der älteren Version, dem Abjad, ist diese Reihenfolge noch erhalten. Auch die indischen Alphabete weichen wegen einer späteren Neugruppierung nach Lautähnlichkeit von der Standardreihenfolge ab.
Ableitungen des phönizischen Alphabets liegen direkt oder zumindest als Inspirationsquelle fast allen heute gebrauchten Schriften der Welt zugrunde, mit Ausnahme der ostasiatischen Schriften (chinesische Schrift und Abkömmlinge).
Aleph
chinesische Schrift
Aleph ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal Alpha wurde. Der Buchstabe leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Stierkopfes ('alef = Rind) her. Lateinische Entsprechung: A.
Beth
A
Beth ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung des Grundrisses eines Hauses (beth = Haus) herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Beta. Lateinische Entsprechung: B.
Gimel
B
Das Gimel ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Kamelrückens (gamel = Kamel) herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Gamma. Lateinische Entsprechungen: C und G.
Daleth
G
Das Daleth ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung einer aufgeklappten Zelttür herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Delta. Lateinische Entsprechung: D.
He
D
He ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal Epsilon wurde. Der Buchstabe leitet sich vermutlich von der stilisierten Darstellung eines vor Schmerz oder Freude aufschreienden Menschen her. Lateinische Entsprechung: E.
Waw
E
Waw ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung eines Haken oder eines Nagels herleitet. Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Digamma und Ypsilon. Lateinische Entsprechungen: F, U, V, W und Y.
Zajin
Y
Zajin ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung einer Waage oder einer Waffe herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Zeta. Lateinische Entsprechung: Z.
Chet
Z
Chet ist ein semitischer Guttural. Der Buchstabe leitet sich von der Darstellung eines Zaunes oder einer Haarsträne her. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Eta. Lateinische Entsprechung: H.
Tet
H
Tet ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Garnrolle herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Theta. Keine lateinische Entsprechung.
Jod
Theta
Jod ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal Iota wurde. Der Buchstabe leitet sich von der Darstellung einer Hand (yod = Hand) her. Lateinische Entsprechungen: I und J.
Kaph
J
Kaph ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer geöffneten Hand herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Kappa. Lateinische Entsprechung: K.
Lamed
K
Lamed ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Stabes herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Lambda. Lateinische Entsprechung: L.
Mem
L
Mem ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung einer Wasserlinie herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe My. Lateinische Entsprechung: M.
Nun
M
Nun ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Schlange oder eines Fisches herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Ny. Lateinische Entsprechung: N.
Samech
N
Samech ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Stützpfeilers herleitet. Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Xi und Chi. Lateinische Entsprechung: X.
Ajin
X
Ajin ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet die Vokale Omikron und Omega wurden. Der Buchstabe leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Auges her. Lateinische Entsprechung: O.
Pe
O
Pe ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Mundes herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Pi. Lateinische Entsprechung: P.
Zade
P
Zade ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Heuschrecke herleitet. Dieser Buchstabe wurde als Sampi vorübergehend in das griechische Alphabet übernommen, später aber nur noch als Zahlzeichen verwendet. Keine lateinische Entsprechung.
Qoph
Sampi
Qoph ist ein Konsonant, der sich von der stark stilisierten Darstellung eines sitzenden Äffchens mit herabhängendem Schwanz herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Qoppa, der aber nur für seinen Zahlwert 100 beibehalten wurde. Lateinische Entsprechung: Q.
Resch
Q
Resch ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Menschenkopfes im Profil herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Rho. Lateinische Entsprechung: R.
Shin
R
Schin ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der stilisierten Darstellung eines Zahnes herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Sigma. Lateinische Entsprechung: S.
Taw
S
Taw ist ein Konsonant, dessen schriftliche Form ein Markierungszeichen ist. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Tau. Lateinische Entsprechung: T.
Unicode
Das Phönizische Alphabet wird in einer zukünftigen Version von Unicode im Bereich U+10900 – U+1091F kodiert werden. Ein alternativer Vorschlag, alle nordwestsemitischen Abjaden als Fontvarianten des Hebräischen Alphabets zu behandeln, wurde abgelehnt.
Weblinks
- [http://www.unicode.org/alloc/Pipeline.html Unicode Pipeline]
- [http://www.qaya.org/academic/hebrew/Phoenician.html Response to the revised "Final proposal for encoding the Phoenician script in the UCS" (L2/04-141R2)] - Argumente gegen die separate Kodierung der Phönizischen Schriftzeichen.
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Phönizier
als:Phönizisches Alphabet
ja:フェニキア文字
ko:페니키아 문자
Kategorie:AlphabetIn die Kategorie Alphabet fallen alle Schriftsysteme, also
- Alphabete im engeren Sinn
- Abjaden (Konsonantenschriften)
- Abugidas (Schriften mit inhärentem Vokal)
- Silbenschriften
- Logogramme
Siehe auch: Liste der Schriftsysteme
Kategorie:Schrift
ko:분류:자모 문자
1784
Händelser
- Mars - Gustav III tvingas ställa in de militära förberedelserna, eftersom det förväntade stödet från Preussen och Österrike uteblir.
- 1 juli - Gustav III börjar resa hem och stannar ett tag i Paris, där han lyckas förvärva den västindiska ön Saint-Barthélemy som svensk koloni. Han får också till stånd en hemlig allians mellan Sverige och Frankrike på fem år. Man vill endast hjälpa Sverige om det blir anfallet, inte hjälpa till att erövra Norge.
- Augusti - Gustav III kommer till Sverige.
- December
- Den ryske ministern A.I. Morkov får i uppdrag av Katarina II att återupprätta "det ryska partiet" i Sverige, för att få bort det franska inflytandet i landet. Gustav III får vetskap om dessa planer och detta kommer starkt att påverka hans politik.
- Fregatten Sprengtporten avseglar från Göteborg mot den nyförvärvade svenska kolonin S:t Barthélemy.
- Göran Magnus Sprengtporten försöker övertala hertig Karl (XIII) att göra Finland till ett autonomt ryskt storfurstendöme. Försöket misslyckas.
- En badinrättning för salta bad öppnas i Strömstad.
- Trankokeriägarna i Bohuslän låter trycka Trangrums-Acten, en protestskrift mot att de skulle tvingas sluta dumpa sillavskräde i havet.
- Peter Hernquist öppnar ett veneriskt lasarett (för behandling av könssjukdomar) i Skara.
Födda
- 29 februari - Leo von Klenze, tysk arkitekt.
- 24 mars - Johan Gabriel Richert, svensk liberal förkämpe och jurist.
- 26 september - Kristofer Hansteen, norsk astronom och fysiker.
- 13 oktober - Ferdinand VII av Spanien, spansk kung 1808 och 1814-1833.
- 15 oktober
- Hans Olov Holmström, svensk ärkebiskop 1852-1855.
- Thomas Robert Bugeaud de la Piconnerie, fransk marskalk.
- 29 oktober - Lord Palmerston, brittisk politiker, premiärminister 1855-58 och 1859-65.
- 15 november - Jérôme Bonaparte, fransk militär och politiker, kung av Westfalen 1807-1813, bror till Napoleon Bonaparte.
- 24 november - Johann Ludwig Burckhardt, schweizisk forskningsresande och orientalist.
Avlidna
- 11 mars - Henrik af Trolle, svensk generalamiral.
- 9 juli - Torbern Bergman, kemist.
- 31 juli - Denis Diderot, fransk författare och filosof.
- 11 december - Anders Johan Lexell, finländsk astronom och vetenskapsman.
Kategori:Årtal
Kategori:1780-talet
ko:1784년
ms:1784
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Gortva
Gortvakisfalud (szlovákul Gortva): falu a mai Szlovákiában a Besztercebányai kerület Rimaszombati járásában.
Rimaszombattól 15 km-re délre a Gortva partján fekszik. 1910-ben 411, túlnyomórészt magyar lakosa volt. A szlovákul Hačava): falu a mai Szlovákiában a Kassai kerület Kassa-vidéki járásában.
Fekvése
Kassától 42 km-re délnyugatra, az Áji-völgy bejáratánál fekszik.
Története
1910-ben 661, többségben szlovák lakosa volt, j
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Jesenské
Feled (szlovákul Jesenské, korábban Feledince): falu a mai Szlovákiában a Besztercebányai kerület Rimaszombati járásában.
Rimaszombattól 10 km-re délkeletre a Rima jobb partján fekszik.
1910-be
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Valice
Vály (szlovákul Valice): falu a mai Szlovákiában a Besztercebányai kerület Rimaszombati járásában. Alsó- és Felsővály egyesítése.
Fekvése
Tornaljától 16 km-re északnyugatra fekszik.
Története
A mai település Alsóvály és Felsővály egyesítéséből keletk
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Homoróddaróc
Homoróddaróc (Draas / Drauseni) a Királyföld keleti határán fekvõ település.
Története
Az Andreanumban 1224-ben „terra Daraus“-ként jelentkezik először, 1494-ben pedig nagyszebeni számadáskönyvekben találkozunk nevével: 11 forint jut „pro structura ecclesiae Draws“ (Entz). A reformációig katolikus falu a 18. században lutheránus anyaegyházként szerepelt, s 1944-ig mint
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Jász-Nagykun-Szolnok megye
Jász-Nagykun-Szolnok megye Kelet-Magyarország középső részében található. Északról a Tisza határolja, keletről Hajdú-Bihar és Békés megyék, délről Csongrád megye, délnyugatról Bács-Kiskun megye, nyugatról
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Fáj
Fáj község Borsod-Abaúj-Zemplén megyében, Miskolctól közúton 50 kilométerre északkeletre.
Története
Az 1240-es években említik először. A Fáy család birtoka volt.
Környező települések
Fulókércs (3 km), Litka (5 km), Novajidrány (8 km), a legközelebbi város:
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Fancsal
Fancsal község Borsod-Abaúj-Zemplén megyében, Miskolctól közúton 40 kilométerre északkeletre.
Története
1262-ben már létező település volt, ekkor adta V. István ifjabb király a királyné Aladár nevű tárnokmesterének.
A faluban nagy hagyománya volt több régi kézműves mesterségnek is, pl. fafaragás, cirokseprű-kötés, kerékgyártás.
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Farkaslyuk
Farkaslyuk község Borsod-Abaúj-Zemplén megyében, Miskolctól közúton 50 kilométerre nyugatra, Ózdtól 6 kilométerre délkeletre.
Története
Az 1914-ben a közelben megnyitott szénbánya sokáig nyújtott munkát a lakóknak. A település 1986-ig Ózdhoz tartozott, ekkor a bánya bezárása miatt válságba került, és lakó
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