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| Abkürzung |
AbkürzungAbkürzung (auch „Abbreviatur“) bezeichnet die verkürzte Form eines Wortes oder einer Wortgruppe. Hierzu gehören Akronyme, Kurzwörter, Initialwörter und Buchstabenketten. Was man abkürzt ist auch gesellschaftlich bedingt. So erscheinen Abkürzungen wie AB für Anrufbeantworter oder HP für Homepage als regional, national oder durch die Textsorte begrenzt. Weiterhin sind auch Abkürzungen gebräuchlich, die nur in einem bestimmten Umfeld verwendet werden wie zum Beispiel in Kleinanzeigen von Zeitungen.
Das Wort „Abkürzung“ wird durch die Abkürzung „Abk.“ abgekürzt. Abkürzungen entstehen meist in der Schriftsprache und finden häufig Aufnahme in der Umgangssprache.
Geschichte
Schon die antiken Inschriften waren reich an Abkürzungen. In der römischen Epigraphik herrschte ein System vor, bei dem die Wörter auf den ersten Buchstaben verkürzt wurden. Ein doppelter Buchstabe zeigte den Plural an.
Handschriftliches Schreiben, wie es bis ins 15. Jahrhundert in Mitteleuropa dominierte, lässt das Interesse an Abkürzungen steigen. Noch in der Antike entwickelte der Sekretär Ciceros Tiro eine Kurzschrift. In den Büchern waren die Schreiber aber noch zurückhaltend. Ein kleiner hochgestellter Strich für ein ausgefallenes abschließendes M und strichpunktartige Zeichen an B (für -BUS) und Q (für -QUE) waren die einzigen verbreiteten Abkürzungen.
Im westeuropäischen Mittelalter waren mehr Abkürzungen üblich. Einzelne Zeichen aus der Kurzschrift Tiros (Tironische Noten) gesellten sich zu den erwähnten antiken Abkürzungen. Hinzu traten Abkürzungen für heilige Begriffe (Nomina sacra, zum Beispiel ds für deus). Das übliche Abkürzungszeichen des Mittelalters war der übergeschriebene Strich, der sich als Verdoppelungszeichen von m in der deutschen Kurrentschrift noch bis ins 20. Jahrhundert gehalten hat. Besonders reich wurde das Abkürzungssystem mit dem hohen Bücherbedarf in den spätmittelalterlichen Universitäten. Obwohl beim Druck mit beweglichen Lettern der Abkürzungsbedarf deutlich sinkt, umfasst der Typensatz der Gutenberg-Bibel noch viele Abkürzungszeichen.
In der jüngsten Zeit sind insbesondere in bürokratischen Großorganisationen (UNO, SED-Staat, öffentliche Verwaltungen allgemein, Militär, Großunternehmen etc.) umfangreiche Abkürzungssyteme in Gebrauch.
Abkürzungen mit oder ohne Punkt
Ob eine Abkürzung mit oder ohne Punkt geschrieben wird, hängt im Grundsatz davon ab, ob sie auch abgekürzt ausgesprochen wird.
Abkürzungen ohne Punkt und Leerzeichen
Wird eine Abkürzung abgekürzt ausgesprochen, so wird sie grundsätzlich ohne Punkt und stets ohne Leerzeichen geschrieben:
Beispiele: ARD, KPMG, GmbH, UNHCR, UdSSR, StGB
Maßeinheiten werden als Wort gesprochen, aber dennoch ohne Punkt abgekürzt.
Beispiel: 10 m (gesprochen „10 Meter“)
Abkürzungen mit Punkt und Leerzeichen
Abkürzungen, die nicht abgekürzt ausgesprochen werden, werden grundsätzlich mit Punkten abgekürzt. Wenn die Abkürzung mehrteilig ist, stehen Leerzeichen zwischen den Bestandteilen:
Beispiele: Dr., z. B., d. h., i. d. R., ges. gesch.
(Eine Ausnahme stellt das verbreitete „usw.“ dar, das sich anstelle des eigentlich korrekten „u. s. w.“ als Abkürzung für „und so weiter“ durchgesetzt hat.)
Zeilenumbrüche innerhalb dieser Abkürzungen sollten zudem vermieden werden, in Textverarbeitungen am besten durch ein geschütztes Leerzeichen. Falls verfügbar, sollte ein schmalerer Zwischenraum als der zwischen normalen Wörtern verwendete gesetzt werden.
Abkürzungen mit Punkt, aber ohne Leerzeichen
Die Abkürzungsweise mit Punkten, aber ohne Leerzeichen, ist seit langem veraltet. Es gibt aber zwei Sonderfälle in welchen dies weiterhin zulässig ist:
# Sonderfall: Bei der Verwendung einer Festbreitenschrift (wie etwa bei einer Schreibmaschine) darf das Leerzeichen bei Abkürzungen entfallen. Bei der Verwendung einer Proportionalschrift gilt das fehlende Leerzeichen hingegen als falsch. Beispiele: z.B., d.h., s.o., aber: z. B., d. h., s. o.
# Sonderfall: Bei eingebürgerten Abkürzungen, die aus allgemeiner Gewohnheit oder aus Marketinggründen nicht in der aktuellen Abkürzungsschreibweise angepasst wurden. Beispiele: K.D.St.V., F.A.Z.
#Geschützte Abstände wie „z. B“ in einem Beitrag zu Wikipedia erleichtern die Lesbarkeit der Artikel, weil beim Zeilenumbruch die beiden Buchstaben nicht auseinandergerissen werden. Deshalb wird das Einfügen geschützter Abstände ausdrücklich empfohlen.
Kleingeschriebene Abkürzungen
Insbesondere bei lateinischen Ausdrücken, die abgekürzt werden, wird mit Punkt abgekürzt, obwohl die Abkürzungen oft auch abgekürzt gesprochen werden. Sie werden meist kleingeschrieben und wären daher ohne Punkte nicht ohne weiteres als Abkürzungen erkennbar.
Beispiele: stud. iur., c. t., s. t.
Mischen von Abkürzungsweisen
Auch die Kombination von Abkürzungen mit und ohne Punkt ist ohne weiteres möglich.
Beispiele: Cob. LC, Gebäudereinigungsges. mbH
Abkürzungen im juristischen Bereich
Bei einigen Gesetzeskommentaren, zum Beispiel im Palandt, wird häufig, um Platz und damit Seiten einzusparen, radikal jede Abkürzung ohne Punkt und Leerzeichen und häufig auch mit Binnenversalien geschrieben.
Beispiele: DarlN (für Darlehensnehmer), ZusHang (für Zusammenhang), NebenBest (für Nebenbestimmung).
Diese Abkürzungsweise dient den besonderen Erfordernissen dieser Werke. Der Palandt hat auf diese Weise bereits einen Umfang von rund dreitausend Seiten im Dünndruck und wäre andernfalls kaum mehr sinnvoll zu handhaben.
Einige dieser Abkürzungen werden auch außerhalb der Kommentare im juristischen Alltag benutzt. Beispielsweise: iSd (im Sinne des), hM (herrschende Meinung), aA (anderer Ansicht).
Worttypen
Unter den Begriff Abkürzung fallen die Worttypen:
- Abkürzung – ein Wort, das gegenüber der ursprünglichen Länge eine kürzere Darstellungsform hat.
- Akronym – aus Buchstaben mehrerer Wörter oder mehrerer Wortteile entstandenes Wort, das als eigenes Wort ausgesprochen werden kann. Im Spanischen wird zumindest versucht, immer Akronyme zu verwenden. Die im deutschen Sprachraum gebräuchlichen Buchstabenreihungen kennt man dort kaum.
- Kurzwort – durch Abkürzen oder Weglassen von Wortteilen entstandenes Wort.
- Initialwort – aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Wort.
- Buchstabenkette – als Wort nicht aussprechbare Buchstabenreihe.
- Kürzel – eine festgelegte Buchstabenfolge als Kennzeichnung, zum Beispiel Wertpapierkürzel
Akronyme und Initialwörter gehören zu dem Oberbegriff „Kurzwörter“, während die Buchstabenketten nur unter den allgemeinen Begriff „Abkürzungen“ fallen.
Siehe auch
- Listen von Abkürzungen in der Schriftsprache
- Chatsprache
- Emoticon
- :Kategorie:Abkürzung
Literatur
- DIN 2340 (Kurzformen für Benennungen und Namen; Bilden von Abkürzungen und Ersatzkürzungen; Begriffe und Regeln).
Weblinks
- [http://www.abkuerzungen.de/ www.abkuerzungen.de] Suchmaschine für Abkürzungen
- [http://www.abkuerzung.ch/ www.abkuerzung.ch] Abkürzungen aus Informatik, Telekommunikation und Elektronik
- [http://www.juristische-abkuerzungen.de/ Juristische Abkürzungen]
Kategorie:Literarischer Begriff
Kategorie:Paläografie
!
ja:略語
simple:Abbreviation
Wort
Wort bezeichnet eine grammatische Einheit.
Der Plural von "Wort" lautet Wörter, wenn es um das Auftreten mehrerer einzelner davon geht (Das Verzeichnis enthält 100.000 Wörter.). Worte hingegen bezeichnet eine Aneinanderreihung in einem Sinnzusammenhang, zum Beispiel einer Rede (Dankesworte, Der Worte sind genug gewechselt...).
Wort bezeichnet als Kollektivum auch eine bedeutsame, kurze Aussage (Ein Wort der Weisheit, Machtwort), insbesondere wenn sie eine feste Form bilden, in die Einschübe nicht möglich sind (etwa in Sprichwort). Diese bestehen ihrerseits aus mehreren grammatikalischen Wörtern. Der Plural Worte ist hierbei obligat (Wörter der Weisheit ist ein Oxymoron).
Des Weiteren bezeichnet Wort als Singularetantum – von dem hierbei kein Plural gebildet werden kann – eine Lehre (z.B. das Wort Gottes) oder ein Versprechen (z.B. sein Wort brechen).
Entstehung
Wörter gehören zu den ältesten abstrahierenden symbolischen Formen der Menschheit. Ob nicht z.B. Bilder älter sind, ist eine empirisch schwer beantwortbare Frage (vgl. Urgesellschaft). Vorauf gingen ihnen jedenfalls erfahrungsbewährte Wiederholungen konkreter Handlungen. Ob sich bestimmte Urwörter (Ur-Sätze?) annehmen lassen, ist strittig, obwohl die Vergleichende Sprachwissenschaft hieran arbeitet. Erste etablierte Worte, wahrscheinlich sehr konkret durch Gestik und Mimik darstellenden Charakters begleitet, erlaubten dann weitere und stärker abstrahierende Wörter – zum Beispiel konnten sich aus „eine Handvoll“, „in Hörweite“ bzw. „zuerst“, „tags“ bzw. „Mamma“, „Vortänzer“, noch stärker abstrahierend, dann kategoriale Wörter bezüglich „Raum“ bzw. „Zeit“ bzw. benennbaren „Subjekten“ entwickeln. Schlüsse, die sich auf den Spracherwerb in der Ontogenese des einzelnen Kleinkindes stützen und daraus auf das erste Sprechen in der Phylogenese der Menschheit folgern, sind keineswegs zwingend, obwohl hilfreich.
Charakterisierung
Muttersprachler haben ein intuitives Verständnis davon, was in ihrer Sprache ein Wort ausmacht, die Sprachwissenschaft aber tut sich damit schwer, allgemein gültige Kriterien zur Abgrenzung von Wörtern zu finden. Je nach Blickwinkel sind verschiedene Kriterien möglich, die je nach theoretischem Hintergrund und Erkenntinisinteresse miteinander kombiniert oder ergänzt werden:
- morphologisches Kriterium: Ein Wort ist eine möglichst kleine sprachliche Einheit, die eine Bedeutung trägt und frei vorkommen kann. In dieser Definition entspricht Wort etwa einem freien Morphem, das aber durch Prä - oder Suffixe ergänzt sein kann (Bsp: Herr, herrlich, verherrlichen). Ein so definiertes Wort kann durch Flexionsendungen erweitert werden, wodurch man die Wortformen dieses Wortes erhält (zum Beispiel Frau, Frauen; laut, lauter, mache, machst, macht etc.). In der Sprachwissenschaft spricht man in diesem Fall statt von Wort von Lexem.
- orthographisches Kriterium: Ein Wort ist eine Buchstabengruppe zwischen zwei Trennzeichen, meistens Leerzeichen. Diese Definition schließt Sprachen ohne Schrifttradition aus, und ist stark vom Wandel der Orthographie abhängig.
- phonetisch/phonologisches Kriterium: Wörter sind Lautfolgen, die durch Grenzsignale wie zum Beispiel Pausen voneinander abgehoben sind. Im Deutschen hat jedes Wort genau eine Hauptakzentstelle. In einigen Sprachen, wie beispielsweise im Französischen, werden die Wörter beim Sprechen stark aneinander gebunden und miteinander verschmolzen. Das führt dazu, dass eine vom Schriftbild ausgehende Definition stark von einer lautorientierten Definition abweichen kann.
- semantisches Kriterium: Wörter zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Bedeutung tragen. Die Bedeutung von Wörtern wird aber von ihrem Äußerungskontext mitbestimmt und ist deshalb nicht ohne weiters fassbar. Einigen Wörtern lässt sich keine lexikalische Bedeutung zuordnen, allenfalls eine grammatische (Funktionswörter).
- syntaktisches Kriterium: Wörter sind Einheiten, die sich innerhalb eines Satzes verschieben, durch andere austauschen und durch das Einfügen weiterer Wörter voneinander trennen lassen. Problematisch an dieser Definition ist, dass man mit diesem Kriterium Wortformen wie Frau und Frauen nicht als zusammengehörig bestimmen kann. Weitere Probleme werfen zum Beispiel die trennbaren Verben im Deutschen auf, die sich zwar voneinander trennen lassen, aber trotzdem als Ganzes ersetzbar sind.
Symbolische Bedeutung
Laut der neutestamentalichen Schöpfungsgeschichte am Anfang des Johannesevangeliums begann die Welt durch das Wort (griech. logos, lat. verbum, hebr. dvr):
:en archē ēn ho Logos kai ho Logos ēn pros ton Theon kai Theos ēn ho Logos
:in principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum
:Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort
Dieser Wortmythos, die Schöpfung durch Benennung, findet sich schon in uralten Religionen, Mythen und Aberglauben.
Zaubersprüche haben als wesentliche Ingredienz mächtige Zauberworte.
Flüche, d.h. Verfluchungen sollen angeblich dem Verfluchten anhaften und physische Wirkung zeigen.
Zu beachten ist hier, dass die Bedeutung des griechischen Wortes lógos im Originaltext über die des deutschen Wortes „Wort“ hinaus geht. logos bezeichnet u.a. auch Sprache, Rede, Beweis, Lehrsatz, Lehre und Vernunft. Die Übersetzung von logos mit Wort reduziert die Bedeutung.
Aus logos stammt auch das deutsche Wort Logik.
Klassifikation
Grammatisch
In der Grammatik werden Wörter nach Wortarten (zum Beispiel Substantiv, Adjektiv, Verb...) unterschieden und hinsichtlich Satzstellung, Flexion, Tonalität (in Tonsprachen wie Mandarin-Chinesisch) et cetera untersucht.
Nach Wortarten
Es gibt verschiedene Ansätze, Wörter nach Wortarten zu gliedern. Es werden syntaktische, morphologische und funktionale Kriterien verwendet. Im Wesentlichen geht die heutige Klassifikation schon auf die Antike (Dionysos Thrax) zurück, hat aber auch deren Probleme mitgeschleppt.
Plural
Für „Wort“ gibt es zwei Pluralformen.
- Wörter bezieht sich auf die Form bzw. die grammatische Einheit „Wort“.
- Worte bezieht sich auf den Inhalt, zum Beispiel für im Sinnzusammenhang stehende Wörter eines bekannten Ausspruchs (siehe Schlagwort (Sprachwissenschaft), Sprichwort).
Die Unterscheidung wird inzwischen oft ignoriert, so dass auch im Plural Homonymie auftritt.
Aufbau
Wörter bestehen aus Morphemen, das sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten im Sprachsystem, in flektierenden Sprachen aus Stamm- + Flexionsmorphem (Haus+es). In einer isolierenden Sprache wie im klassischen Chinesisch oder Vietnamesischen hingegen gibt es keine Flexion.
Geschriebene Wörter
Geschriebene Wörter werden mit Buchstaben, Schriftzeichen oder Symbolen dargestellt und in vielen Sprachen durch Leerzeichen vor dem Wort oder Satzzeichen voneinander abgetrennt. Im klassischen Chinesischen entspricht jedem Zeichen ein Wort, ein Morphem und eine Silbe.
Die Schrift und die Schreibrichtung ist abhängig von der Sprache (Deutsch: links>rechts; Arabisch und Hebräisch: rechts>links).
Gesprochene Wörter
Gesprochene Wörter bestehen aus Silben, die wiederum aus einem oder mehreren Phonemen (Lauten) bestehen. In manchen Sprachen kommen bedeutungsunterscheidende Töne hinzu (Mandarin-Chinesisch, Hausa, Vietnamesisch), sie werden Tonsprachen genannt (vgl. auch die Intonation deutscher Interjektionen wie hm). In Akzentsprachen wie Deutsch hat jedes Wort eine Hauptakzenstelle. In der gesprochenen Sprache liegt potenziell vor und hinter dem Wort eine kurze Pause.
Zum Wortschatz
Ein großer Teil des deutschen Wortschatzes besteht aus Wörtern, die anderen Sprachen entstammen, so genannten Fremd- und Lehnwörtern.
Mit den 207 häufigsten Wörtern im Wortschatz eines deutschen Muttersprachlers lassen sich bereits 50% eines fast beliebigen Textes darstellen. Davon sind einsilbige Wörter die häufigsten. Je länger ein Wort, desto geringer seine Häufigkeit (wie in nahezu allen Sprachen, das zugrundeliegende Prinzip nennt sich Huffman-Kodierung).
Zitate
- „Die meisten Menschen leiden an dieser geistigen Schwäche, zu glauben, weil ein Wort da sei, muß es auch das Wort für etwas sein; weil ein Wort da sei, muß dem Worte etwas Wirkliches entsprechen.“
- Fritz Mauthner (1849-1923)
Siehe auch
- Wortstamm
- Komposition
- Begriff/Bezeichnung
- Synonym, Homonym, Polysem, Antonym, Hapax legomenon
- Worthülse
- Abkürzung
- Wort des Jahres
- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Semasiologie, Onomasiologie
- Bedeutungswandel, Etymologie
- Ausdruck
- Logos
- Galgenmännchen
- Wortspiel
Weblinks
- http://www.udoklinger.de/Grammatik/inhalt.htm
Kategorie:Linguistische Morphologie
Kategorie:Syntax
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ja:言葉
simple:Word
zh-cn:词汇
AkronymEin Akronym (griechisch ακρωνύμιο, von άκρος, ákros - die Spitze, der Rand und όνυμος, ónymos - der Name) ist ein Sonderfall der Abkürzung. Umstritten ist, was genau darunter zu verstehen ist.
Es existieren zwei konkurrierende Definitionen des Begriffs.
Der Duden über das Akronym
Der Duden (deutsches Universalwörterbuch, Mannheim 2005) besagt, ein Akronym sei ein Kunstwort, das aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammengesetzt ist und nennt EDV (elektronische Datenverarbeitung) als Beispiel.
Demnach wären also Wörter, auf die dieses Kriterium zutrifft, Akroynme, egal ob sie beim Lesen buchstabiert oder
als Wort gelesen werden. "CDU" und "SPD" wären Akronyme, "Abk.", "lt.", "Betr." oder "kpl." jedoch nicht.
Akronym als gesprochenes Wort
Eine ebenfalls verbreitete, konkurrierende Definition schränkt Akronyme auf Abkürzungen ein, die als eigenes Wort gesprochen werden. Statt der Anfangsbuchstaben werden auch häufig Wortteile verwendet.
In diesem Sinne unterscheidet man weitere Spezialfälle.
Apronyme
Als Apronym bezeichnet man ein Akronym, das ein existierendes Wort ergibt (z.B. WORM, engl. für Wurm), diese sind häufig ebenfalls Backronyme.
Initialwörter
Ein Initialwort setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter zusammen
Kofferwörter
Kofferwörter setzen sich aus Wortteilen zusammen. Häufig wird dabei der Anfang eines Wortes mit dem Ende eines anderen zusammengesetzt.
Die Schreibweise von Akronymen besteht meist aus einer Reihung von Großbuchstaben, die jeweils den Anfang der Wortbestandteile bezeichnen, aus denen sich das Akronym zusammensetzt. Vereinzelt hat sich im Lauf der Zeit auch eine Schreibweise entwickelt, die derjenigen normaler Substantive gleicht (z.B. Radar, Laser, Aids). Da Akronyme (im Gegensatz zu Abkürzungen) ohne abschließenden Punkt geschrieben werden, ist in solchen Fällen weder durch die Aussprache noch durch das Schriftbild erkennbar, dass es sich ursprünglich um ein Kunstwort handelt.
Siehe auch
- Liste der Akronyme - gemäß der 2. Definition
- Liste von Abkürzungen
- Dreibuchstabenabkürzung
- Rekursives Akronym
- HTML-Tag für Akronyme
- Akrostichon
Literatur
- DIN 2340 (Kurzformen für Benennungen und Namen; Bilden von Abkürzungen und Ersatzkürzungen; Begriffe und Regeln).
Weblinks
- [http://www.chemie.fu-berlin.de/cgi-bin/acronym Akronyme und Abkürzungen] - erstellt von der FU Berlin
- http://www.abkuerzungen.de
- http://www.acronymfinder.com/ über 363,000 Abkürzungen und Akronyme (oft englisch, aber auch deutsche)
- [http://de.selfhtml.org/html/text/logisch.htm#elemente So markiere ich Akronyme in (X)HTML]
Kategorie:Sprache
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ja:頭字語
simple:Acronym
KurzwortAbkürzung (auch „Abbreviatur“) bezeichnet die verkürzte Form eines Wortes oder einer Wortgruppe. Hierzu gehören Akronyme, Kurzwörter, Initialwörter und Buchstabenketten. Was man abkürzt ist auch gesellschaftlich bedingt. So erscheinen Abkürzungen wie AB für Anrufbeantworter oder HP für Homepage als regional, national oder durch die Textsorte begrenzt. Weiterhin sind auch Abkürzungen gebräuchlich, die nur in einem bestimmten Umfeld verwendet werden wie zum Beispiel in Kleinanzeigen von Zeitungen.
Das Wort „Abkürzung“ wird durch die Abkürzung „Abk.“ abgekürzt. Abkürzungen entstehen meist in der Schriftsprache und finden häufig Aufnahme in der Umgangssprache.
Geschichte
Schon die antiken Inschriften waren reich an Abkürzungen. In der römischen Epigraphik herrschte ein System vor, bei dem die Wörter auf den ersten Buchstaben verkürzt wurden. Ein doppelter Buchstabe zeigte den Plural an.
Handschriftliches Schreiben, wie es bis ins 15. Jahrhundert in Mitteleuropa dominierte, lässt das Interesse an Abkürzungen steigen. Noch in der Antike entwickelte der Sekretär Ciceros Tiro eine Kurzschrift. In den Büchern waren die Schreiber aber noch zurückhaltend. Ein kleiner hochgestellter Strich für ein ausgefallenes abschließendes M und strichpunktartige Zeichen an B (für -BUS) und Q (für -QUE) waren die einzigen verbreiteten Abkürzungen.
Im westeuropäischen Mittelalter waren mehr Abkürzungen üblich. Einzelne Zeichen aus der Kurzschrift Tiros (Tironische Noten) gesellten sich zu den erwähnten antiken Abkürzungen. Hinzu traten Abkürzungen für heilige Begriffe (Nomina sacra, zum Beispiel ds für deus). Das übliche Abkürzungszeichen des Mittelalters war der übergeschriebene Strich, der sich als Verdoppelungszeichen von m in der deutschen Kurrentschrift noch bis ins 20. Jahrhundert gehalten hat. Besonders reich wurde das Abkürzungssystem mit dem hohen Bücherbedarf in den spätmittelalterlichen Universitäten. Obwohl beim Druck mit beweglichen Lettern der Abkürzungsbedarf deutlich sinkt, umfasst der Typensatz der Gutenberg-Bibel noch viele Abkürzungszeichen.
In der jüngsten Zeit sind insbesondere in bürokratischen Großorganisationen (UNO, SED-Staat, öffentliche Verwaltungen allgemein, Militär, Großunternehmen etc.) umfangreiche Abkürzungssyteme in Gebrauch.
Abkürzungen mit oder ohne Punkt
Ob eine Abkürzung mit oder ohne Punkt geschrieben wird, hängt im Grundsatz davon ab, ob sie auch abgekürzt ausgesprochen wird.
Abkürzungen ohne Punkt und Leerzeichen
Wird eine Abkürzung abgekürzt ausgesprochen, so wird sie grundsätzlich ohne Punkt und stets ohne Leerzeichen geschrieben:
Beispiele: ARD, KPMG, GmbH, UNHCR, UdSSR, StGB
Maßeinheiten werden als Wort gesprochen, aber dennoch ohne Punkt abgekürzt.
Beispiel: 10 m (gesprochen „10 Meter“)
Abkürzungen mit Punkt und Leerzeichen
Abkürzungen, die nicht abgekürzt ausgesprochen werden, werden grundsätzlich mit Punkten abgekürzt. Wenn die Abkürzung mehrteilig ist, stehen Leerzeichen zwischen den Bestandteilen:
Beispiele: Dr., z. B., d. h., i. d. R., ges. gesch.
(Eine Ausnahme stellt das verbreitete „usw.“ dar, das sich anstelle des eigentlich korrekten „u. s. w.“ als Abkürzung für „und so weiter“ durchgesetzt hat.)
Zeilenumbrüche innerhalb dieser Abkürzungen sollten zudem vermieden werden, in Textverarbeitungen am besten durch ein geschütztes Leerzeichen. Falls verfügbar, sollte ein schmalerer Zwischenraum als der zwischen normalen Wörtern verwendete gesetzt werden.
Abkürzungen mit Punkt, aber ohne Leerzeichen
Die Abkürzungsweise mit Punkten, aber ohne Leerzeichen, ist seit langem veraltet. Es gibt aber zwei Sonderfälle in welchen dies weiterhin zulässig ist:
# Sonderfall: Bei der Verwendung einer Festbreitenschrift (wie etwa bei einer Schreibmaschine) darf das Leerzeichen bei Abkürzungen entfallen. Bei der Verwendung einer Proportionalschrift gilt das fehlende Leerzeichen hingegen als falsch. Beispiele: z.B., d.h., s.o., aber: z. B., d. h., s. o.
# Sonderfall: Bei eingebürgerten Abkürzungen, die aus allgemeiner Gewohnheit oder aus Marketinggründen nicht in der aktuellen Abkürzungsschreibweise angepasst wurden. Beispiele: K.D.St.V., F.A.Z.
#Geschützte Abstände wie „z. B“ in einem Beitrag zu Wikipedia erleichtern die Lesbarkeit der Artikel, weil beim Zeilenumbruch die beiden Buchstaben nicht auseinandergerissen werden. Deshalb wird das Einfügen geschützter Abstände ausdrücklich empfohlen.
Kleingeschriebene Abkürzungen
Insbesondere bei lateinischen Ausdrücken, die abgekürzt werden, wird mit Punkt abgekürzt, obwohl die Abkürzungen oft auch abgekürzt gesprochen werden. Sie werden meist kleingeschrieben und wären daher ohne Punkte nicht ohne weiteres als Abkürzungen erkennbar.
Beispiele: stud. iur., c. t., s. t.
Mischen von Abkürzungsweisen
Auch die Kombination von Abkürzungen mit und ohne Punkt ist ohne weiteres möglich.
Beispiele: Cob. LC, Gebäudereinigungsges. mbH
Abkürzungen im juristischen Bereich
Bei einigen Gesetzeskommentaren, zum Beispiel im Palandt, wird häufig, um Platz und damit Seiten einzusparen, radikal jede Abkürzung ohne Punkt und Leerzeichen und häufig auch mit Binnenversalien geschrieben.
Beispiele: DarlN (für Darlehensnehmer), ZusHang (für Zusammenhang), NebenBest (für Nebenbestimmung).
Diese Abkürzungsweise dient den besonderen Erfordernissen dieser Werke. Der Palandt hat auf diese Weise bereits einen Umfang von rund dreitausend Seiten im Dünndruck und wäre andernfalls kaum mehr sinnvoll zu handhaben.
Einige dieser Abkürzungen werden auch außerhalb der Kommentare im juristischen Alltag benutzt. Beispielsweise: iSd (im Sinne des), hM (herrschende Meinung), aA (anderer Ansicht).
Worttypen
Unter den Begriff Abkürzung fallen die Worttypen:
- Abkürzung – ein Wort, das gegenüber der ursprünglichen Länge eine kürzere Darstellungsform hat.
- Akronym – aus Buchstaben mehrerer Wörter oder mehrerer Wortteile entstandenes Wort, das als eigenes Wort ausgesprochen werden kann. Im Spanischen wird zumindest versucht, immer Akronyme zu verwenden. Die im deutschen Sprachraum gebräuchlichen Buchstabenreihungen kennt man dort kaum.
- Kurzwort – durch Abkürzen oder Weglassen von Wortteilen entstandenes Wort.
- Initialwort – aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Wort.
- Buchstabenkette – als Wort nicht aussprechbare Buchstabenreihe.
- Kürzel – eine festgelegte Buchstabenfolge als Kennzeichnung, zum Beispiel Wertpapierkürzel
Akronyme und Initialwörter gehören zu dem Oberbegriff „Kurzwörter“, während die Buchstabenketten nur unter den allgemeinen Begriff „Abkürzungen“ fallen.
Siehe auch
- Listen von Abkürzungen in der Schriftsprache
- Chatsprache
- Emoticon
- :Kategorie:Abkürzung
Literatur
- DIN 2340 (Kurzformen für Benennungen und Namen; Bilden von Abkürzungen und Ersatzkürzungen; Begriffe und Regeln).
Weblinks
- [http://www.abkuerzungen.de/ www.abkuerzungen.de] Suchmaschine für Abkürzungen
- [http://www.abkuerzung.ch/ www.abkuerzung.ch] Abkürzungen aus Informatik, Telekommunikation und Elektronik
- [http://www.juristische-abkuerzungen.de/ Juristische Abkürzungen]
Kategorie:Literarischer Begriff
Kategorie:Paläografie
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ja:略語
simple:Abbreviation
TextsorteDie Textsorte beschreibt im Rahmen der sprachwissenschaftlichen, d. h. textlinguistischen Untersuchung von schriftlichen, zunehmend auch mündlichen Äußerungen deren Klassifizierung.
Textsortenforschung
Die Textsortenforschung verfolgt das Ziel, Texte an Hand ihrer jeweils charakteristischen Merkmale einer Textsorte zuzuordnen und diese zu beschreiben. Dabei werden sowohl innere als auch äußere Faktoren der Texte analysiert: die Klassifizierung erfolgt nach Form und Gebrauch eines Textes. Dabei können Unterschiede zwischen schriftlichen und mündlichen, Literatur- und Gebrauchstexten, wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Texten u. a. erschlossen werden. Die Forschung stellt sich dabei auch der Problematik, ob Textsorten einer generellen Typologie von Texten unterliegen oder ob sie diese im Einzelfall erst schaffen.
Kriterien zur Textsortenbestimmung
Innere (textimmanente) Faktoren einer Textsorte sind einerseits strukturelle Merkmale, die sich in Aufbau und Gliederung, Themenführung und Verbindung zu anderen Texten zeigen, andererseits grammatische, lexikalische und stilistische Phänomene. Beispiele dafür sind Absatzgliederung und Querverweise, Fachbegriffe oder die Form des Satzbaus.
Äußere (textexterne) Faktoren sind solche, die die Entstehung, Verwendung und Intention von Texten bestimmen; zu ihnen zählen auch die Kommunikationssituation, in der ein Text verwendet wird, das Vorwissen zur Produktion und Rezeption sowie die Rollen der Beteiligten. So wird eine Kontaktanzeige unter anderen Rahmenbedingungen stehen als eine Todesanzeige, obwohl beide dasselbe Medium nutzen.
Forschungsinteresse
Eine Zuordnung von Texten zu Textsorten vermittelt in der Sprach- und Literaturgeschichte Erkenntnisse über die Entstehung von Texten, ihre historischen Formen und ihre Entwicklung unter sich verändernden sprachlichen, sozialen u. a. Einflüssen. Ein weiteres Interesse der Textsortenforschung in Hinblick auf die Wissenssoziologie ist die Verknüpfung von Textsorten mit Medien und Kommunikationsmitteln sowie deren Verwendung und Verbreitung.
Literatur
- Gerd Antos: Texte als Konstitutionsformen von Wissen. In: Gerd Antos/Heike Tietz (Hrsg.): Die Zukunft der Textlinguistik. Traditionen, Transformationen, Trends Niemeyer, Tübingen 1997, S. 43–63
- Klaus Brinker: Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. 5. durchges. und erweiterte Auflage 2001.
- Wilhelm Franke: Texttypen – Textsorten – Textexemplare. Ein Ansatz zu ihrer Klassifizierung und Beschreibung. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik. de Gruyter, Berlin 1987, S. 263–281
- Matthias Dimter: Textklassenkonzepte heutiger Alltagssprache. Kommunikationssituation, Textfunktion und Textinhalt alltagssprachlicher Textklassifikation. Niemeyer, Tübingen 1981
- Ernst Ulrich Große: Texttypen. Linguistk gegenwärtiger Kommunikationsakte. Theorie und Deskription. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1974
- Elisabeth Gülich und Wolfgang Raible: Linguistische Textmodelle. Grundlagen und Möglichkeiten. Fink, München 1977
- Peter Hartmann: Text, Texte, Klassen von Texten In: Walter A. Koch (Hrsg.): Strukturelle Textanalyse – Analyse Du Récit – Discourse Analysis. Georg Olms, Hildesheim 1972, S. 1–22
- Peter Kern: Bemerkungen zum Problem der Textklassifikation. In: Ulrich Engel/Gerhard Stickel (Hrsg.): Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache. Band 3, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1968. Narr, Tübingen 1976, S. 3–24
- Friedemann Lux: Text, Situation, Textsorte. Probleme der Textsortenanalyse, dargestellt am Beispiel der britischen Registerlinguistik. Narr, Tübingen 1981
- Eckard Rolf: Die Funktionen der Gebrauchstextsorten. de Gruyter, Berlin 1993
- Barbara Sandig: Textsorten aus dem Bereich der Europäischen Gemeinschaft als Gegenstand von maschineller Textanalyse und übersetzung. In: Annely Rothkegel/Barbara Sandig (Hrsg.): Text – Textsorten – Semantik. Linguistische Modelle und maschinelle Verfahren Buske, Hamburg 1984, S. 197–210
- Horst Sitta: Kritische Überlegungen zur Textsortenlehre. In: Klaus Brinker und Horst Sitta (Hrsg.): Studien zur Texttheorie und zur deutschen Grammatik. Festgabe für Hans Glinz zum 60. Geburtstag Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1973, S. 63–72
Kategorie:Sprachwissenschaft
SchriftspracheEine Schriftsprache ist eine Sprache, die zum Lesen und Schreiben verwendet wird, insbesondere dort, wo mündlich in einer anderen Sprache oder einem Dialekt verkehrt wird. Im weiteren Sinne bezeichnet das Wort die Standardsprache, weil sie einen Standard zur schriftlichen Repräsentation aller Variationen der Lautsprache setzt. In vielen Sprachen gilt das Beherrschen der Schriftsprache als Zeichen einer gehobenen Bildung und somit als erstrebenswertes Ziel. Schriftsprache ist immer eine bestimmte Sprache (Deutsch, Englisch) und unterscheidet sich vom Begriff der schriftlichen Sprache, die "verschriftlichte Sprache" allgemein der gesprochenen Sprache entgegensetzt.
Beispiele: In der deutschen Schweiz ist Schweizer Hochdeutsch (lokal auch als Schriftdeutsch bezeichnet) die Schriftsprache (oder Dachsprache), während mündlich fast ausschließlich Schweizer Dialekt (Schweizerdeutsch) gesprochen wird. Das gleiche gilt für viele andere hoch- bzw. oberdeutsche Mundartgebiete und niederdeutsche Sprachgebiete.
Im Rätoromanischen ist Rumantsch Grischun die offizielle gemeinsame Schriftsprache oder Dachsprache der fünf Dialekte.
Siehe auch: Schrift, Standardsprache, Dachsprache, Ausbausprache, Sprechsprache, Gesprochene Sprache, Amtssprache
Kategorie:Sprache
UmgangsspracheUmgangssprache (Alltagssprache oder auch Gebrauchssprache) ist die im (all)täglichen Leben verwendete Sprache mit dem breitesten Kommunikationspotenzial. Sie folgt nicht immer den Regeln der normativ (oder präskriptiv) für allgemeinverbindlich erklärten formellen Schriftsprache bzw. normierten Standardsprache, die vor allem in Fachsprachen Verwendung findet oder in der hochstilisierten Form einer Hoch- und Bildungssprache.
Man kann nicht sagen, dass die Umgangssprache dort, wo sie von den präskriptiven Regeln der hochsprachlichen Norm abweicht, falsch ist. Genau genommen stellt sie als Alltagssprache sogar deren eigentliche Grundlage dar; als solche folgt sie zunächst einmal ihren eigenen Regeln. Probleme ergeben sich allein daraus, dass sprachliche Fest-Legungen, wie sie in Gremien von Sprachwissenschaftlern vereinbart, für allgemein verbindlich erklärt und für beispielsweise den staatlich organisierten Unterricht in Schulen vorgeschrieben sowie dann auch in Nachschlagewerken wie z.B. dem Duden gehalten werden, die sprachlichen Regeln im Alltag nicht in ausreichendem Maße berücksichtigen können, zumal diese nicht immer sinnvoll sind und noch dazu dauernder Veränderung unterliegen. Von daher können Eindruck und Meinung aufkommen, Abweichungen der Umgangssprache von der hochsprachlichen Norm seien falsch oder zeugten von Sprachverfall.
Umgangssprache ist nicht mit Mundart (Dialekt) bzw. Regiolekt gleichzusetzen.
Mit Umgangssprache können zwei verschiedene Begriffe bezeichnet werden:
# die Ausgleichsvarietät zwischen Dialekt und Standardsprache, ohne dass diese extreme Dialektismen aufweist.
# die Sprachschicht, die für informellere, private Situationen benutzt wird, als es die auf formelle Sprachsitutationen beschränkte Hochsprache erlaubt.
Allgemeines
Die Abweichungen von der Hochsprache sind gering, so dass die Umgangssprache allgemein verständlich ist.
Umgangssprache redet, wer wie Martin Luther „dem Volk aufs Maul schaut“.
Eine Sprache wird in der Regel nicht von den Sprechern selbst als Umgangssprache bezeichnet.
Umgangssprache unterscheidet sich in dieser Hinsicht von der gehobenen Sprache, von öffentlicher Rede, Drama, Gedicht, aber auch dem Lexikonartikel sowie der Zwischenschicht von populärer gehobener Umgangssprache (Essay, Zeitungsartikel, Rundfunk- oder Fernsehsprache (Fernsehdeutsch)).
Genauso unterscheidet sich die Umgangssprache des Laien von der Fachsprache mit Spezialausdrücken (Termini der Medizinersprache, Technikersprache).
Hier ist nicht die grammatikalische Konstruktion der Sprache, sondern ein ungenaues Benutzen der Fachausdrücke Kennzeichen des Umgangssprachlichen.
(Siehe auch: Jargon). Insofern ist der Begriff Umgangssprache nicht wohldefiniert, sondern hängt vom Zusammenhang ab, in dem er gebraucht wird.
Es handelt sich bei Diskrepanzen zwischen Fachsprache und Umgangssprache aber nicht durchwegs um Ungenauigkeiten oder Kontextabhängigkeiten. Es gibt unzweideutige, klar definierte Unterschiede zwischen Umgangssprache und Fachsprache, die in unterschiedlichen Werten zwischen bestimmten Berufsgruppenangehörigen und Laien begründet sind. Ein solches Auseinanderklaffen von Werten wird abwertend auch als déformation professionnelle bezeichnet.
Beispiele:
Ein medizinischer Befund gilt für die Fachperson als negativ, wenn das Vorliegen einer bestimmten Diagnose aufgrund dieses Befundes nicht zu vermuten ist, und der Befund wird als positiv beurteilt, wenn er das Vorliegen einer bestimmten Diagnose wahrscheinlicher macht oder beweist. Umgangssprachlich ist dagegen das Ergebnis des Vorliegens einer Erkrankung für die betroffene Person zumeist als negativ zu betrachten, während das Fehlen eines Befundes grundsätzlich positiven Charakter hat. Aus dieser Darlegung verständlich nun die Frage des befreundeten Arztes - War der Befund negativ? und die korrekte Antwort - Nein, nein, es ist alles gut!
Im akademischen Sinne gilt eine steile Lernkurve als positiv, wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer bei den Schülern einen Erfolg im Unterricht erzielt, oder wenn ein Psychologe bei einem Versuchstier einen Erfolg im Experiment verzeichnen kann. Wird Lernen aber als grundsätzlich störende Aufwandsgröße betrachtet, was insbesondere umgangssprachlich der Fall ist, so gilt eine steile Lernkurve als negativ.
Umgangssprache und Sprachentwicklung
Jede Sprache ist in einem ständigen Wandel begriffen. Die Sprachentwicklung findet heute im alltäglichen Leben beschleunigt statt -
- unter anderem wegen höherer Mobilität, Fremdenverkehr, Massenmedien, EDV und U-Musik,
- aber in anderer Hinsicht verlangsamt durch die normierende Wirkung des Fernsehens und der Auflockerung von Dialektgrenzen.
Andererseits ist die formelle Beschreibung einer Sprache nicht rein abstrakt, sondern an die Umgangssprache angelehnt. Sie nimmt Elemente der Umgangssprache auf (siehe Sprachgebrauch) und verändert sich, nachdem die Umgangssprache eine erkennbare Veränderung durchgemacht hat.
Beiträge zur Umgangssprache
Die Umgangssprache ist immer durch die Sprache unterschiedlicher Teile der Gesellschaft beeinflusst. Insbesondere Jugendsprache und andere Szenesprachen nehmen Einfluss auf die Umgangssprache der folgenden Generation.
Daneben kennt man noch Sprachen, die auf spezielle Gruppen beschränkt sind und somit eine geringere Bedeutung innerhalb der Gesellschaft haben: Soldatensprache, Sportlersprache, Gefängnissprache, Bergmannssprache, Jägersprache, Fachsprachen.
Regionalsprachen, Umgangssprachen, Dialekte und Mundarten
Durch die gegenwärtig Mobilität und die Massenmedien schwindet die Zahl der Mundarten und Dialekte kontinuierlich. Zugleich schwindet der Regionalcharakter umgangssprachlicher Elemente. Gleichzeitig wächst der Wirkungsbereich der Umgangssprache.
Siehe auch
- Abkürzungen
- Anglizismus
- Hochdeutsch
- Kreolsprachen / Kreolisch
- Mundart
- Pidgin
- Regionalsprache
- Sauglattismus
- Slang
- Standardsprache
- Volksmund
Literatur
- Küpper, Heinz: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache. Stuttgart: Klett 1982. 8 Bde. -- ISBN 3-12-570010-8.
- Küpper, Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, 1987, 959 S. ISBN 312570300X
- Lameli, Alfred: Standard und Substandard. Stuttgart 2004, 272 S. ISBN 3515085580
Netzlinks
- [http://www.urbandictionary.com/ Urban Dictionary] - umfangreiche Sammlung von Begriffen und Redewendungen [englisch]
!
ja:俗語
simple:Slang
EpigraphikDie Epigraphik (Inschriftenkunde) ist eine Altertumswissenschaft und historische Hilfswissenschaft und befasst sich mit Epigraphen (Inschriften) bzw. Beschriftungen auf
verschiedenen Materialien wie Holz, Stein, Glas, Marmor, Metall, Leder usw.
Da solche Inschriften haltbarer sind als Dokumente auf gewöhnlichen Schreibmaterialien wie Papier oder Pergament, sind epigraphische Quellen oft die einzigen Mittel, um Informationen über untergegangene Kulturen zu erhalten.
Die bekanntesten Inschriften sind wohl die lateinischen Grab- oder Weihesteine.
Literatur:
- Almar, Knud Paasch: Inscriptiones Latinae. Eine illustrierte Einführung in die lateinische Epigraphik. Odense 1990.
- Bérard, François: Guide de l'épigraphiste. Paris 1989.
- Bodel, John (Hrsg.): Epigraphic evidence. Ancient history from inscriptions. London 2001.
- Cooley, Alison E.: The afterlife of inscriptions. London 2000.
- Kloos, Rudolf M.: Einführung in die Epigraphik des Mittelalters und der frühen Neuzeit. ISBN 35-3406-432-1
- Koch, Walter: Literaturbericht zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik (1985-1991). ISBN 38-8612-114-3
- Neumüllers-Klauser, Renate (Hrsg.): Vom Quellenwert der Inschriften. Heidelberg 1992.
- Pfohl, Gerhard: Das Studium der griechischen Epigraphik. Eine Einführung. Darmstadt 1977.
- Schmidt, Manfred G.: Einführung in die lateinische Epigraphik. Darmstadt 2004.
Weblinks:
- Portal zur Epigrafik: http://www.epigraphica-europea.uni-muenchen.de
- Einführung in die Epigrafik (mit Beispielen): http://www.geschichte.uni-muenchen.de/ghw/allgemeines_epigr.shtml http://www.uni-bamberg.de/ggeo/hilfswissenschaften/hilfswiss/epigraphik.html
- Lateinische Inschriften: Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby EDCS: http://www.rz.uni-frankfurt.de/~clauss/
- Epigrafische Datenbank Heidelberg: http://www.epigraphische-datenbank-heidelberg.de
Kategorie:Geschichtswissenschaft
Kategorie:Schrift
Kategorie:Epigraphik
Kategorie:Inschrift
Kategorie:Archäologie
PluralDer Plural (lat. plures = mehrere; Abk.: „Pl.“) bezeichnet in der Grammatik einen Numerus und repräsentiert die Mehrzahl. Alle Mengen, die in einer Sprache nicht durch einen niederwertigeren Numerus abgedeckt werden, fallen hierunter. Das Gegenteil des Plurals ist der Singular, die Einzahl.
Den Plural gibt es bei verschiedenen Wortarten, zum Beispiel beim Verb (Zeitwort), beim Substantiv (Nomen, Namenwort oder Hauptwort), beim Artikel (Geschlechtswort) und beim Pronomen (Fürwort).
Beim Adjektiv (Eigenschaftswort) tritt der Plural in Übereinklang mit dem entsprechenden Substantiv auf und wird entprechend dekliniert:
- Die roten Stühle. (Adjektiv und Substantiv im Nominativ und Akkusativ Plural Neutrum, siehe auch KNG-Kongruenz)
Dabei kann das Substantiv auch ausgelassen werden, wenn es sich aus dem Kontext ergibt:
- Wo sind die Stühle? Die gelben stehen vor der Tür.
Ein Adverb (Umstandswort) hat keinen Plural.
In der deutschen Sprache müssen bestimmte Numerusformen in den entsprechenden grammatischen Einheiten in Übereinstimmung sein.
- Sie fahren. (Subjekt und Prädikat)
- Ich fahre über die großen Seen. (Objekt, zugehörender Artikel)
- Wir fahren durch die Wälder. (Kombination beider Arten)
- Mutti und Vati fahren. (Bei Aufzählungen im Singular steht das Verb im Plural.)
Nicht richtig wäre zum Beispiel:
- Ich fahren über den See. Das Verb steht hier in einem anderen Numerus als das zugehörige Subjekt.
------------------------------------------------------------------------------------------------
Pluralbildung bei Substantiven
Grundsätzlich ist zu bemerken, dass die Pluralbildung vom Genus des Wortes abhängig ist. Grimm stellt dar, dass im Allgemeinen:
- Maskulina die Endung -e
- Neutra die Endung -er
- Feminina die Endung (-e)n
erhalten.
Beispiele
- der Hund, die Hunde
- das Kind, die Kinder
- die Tanne, die Tannen
interessant:
- der Band, die Bände
- das Band, die Bänder
- die Bande, die Banden
Endungslos, also formengleich mit dem Singular ist der Plural, wenn im Singular bereits eine der Pluralendungen verwendet wird:
- der Penner, die Penner
- das Laster, die Laster
Häufige Ausnahmen von diesen Regeln existieren:
- die Maus, die Mäuse
- die Lust, die Lüste
Grimm rät bei vielen der Abweichungen auf ein ursprünglich anderes Geschlecht:
- Gott, die Götter weist auf Neutrum
- Wand, die Wände weist auf Maskulinum, vgl. auch die Ableitungen Vorwand, Einwand, die alle männlich sind.
Manchmel existieren verschiedene Pluralformen eines Wortes, zum Beispiel
- das Wort, die Wörter, die Worte.
Dabei gibt es einen Bedeutungsunterschied in der hochdeutschen Sprache. "Die Worte" beziehen sich auf das Wort als Aussage, während "die Wörter" sich eher auf die grammatische Bedeutung von "Wort" beziehen.
Relativ häufig ist die Pluralbildung mit Umlaut:
- die Mutter, die Mütter, der Vater, die Väter
Pluralformen mit s sind historisch eigentlich untypisch für die deutsche Sprache und relativ jung.
Heute stellt die "s"-Endung einen Standardwert zur Plural-Bildung dar. Sie wird immer verwendet, wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist (unter anderem, wenn man das Wort nicht durch Analogie zu anderen Pluralformen einordnen kann), zum Beispiel auch bei Akronymen:
- die PKWs
Oft wird die s-Endung bei Fremdwörtern verwendet:
- die Kids,die Babys
Der s-Plural wird zudem für die Kennzeichnung von Gruppen durch Personennamen verwendet: Vergleiche: Der Müller, die Müller (Beruf), aber:
- die Müllers (mehrere Mitglieder der Familie Müller).
Manche Wörter haben keinen Plural, man spricht hier von Singulariatanta.
- Weltall oder Chaos
Bei manchen nur im Plural vorhandenen Wörtern ist der Singular in der hochdeutschen Sprache verschwunden, kann aber in Dialekten noch vorhanden sein.
- Trümmer (Singular war "Trumm")
Bei einigen Wörtern kommt im Plural eine Bedeutungsverschiebung zum Ausdruck:
- das Wasser (Bezeichnung einer unbestimmten Menge an Wasser), die Wasser (verschiedene Sorten Wasser, Flüsse, Seen, etc.), die Wässer (verschiedene Sorten Trinkwasser)
Früher wurde auch ein so genannter innerer Plural verwendet, eine Wortform, die grammatisch im Singular auftritt, aber eine Mehrzahl meint:
- der Ast, das Geäst
- der Strauch, das Gesträuch
- der Wurm, das Gewürm
Dabei ist meist eine unbestimmte Menge gemeint (Plural der unbestimmten Menge), die keine grammatische Mehrzahl hat.
(Vergleichbare Formen werden aber auch von Verben gebildet: rauschen - Geräusch, brauen - Gebräu).
Ein Substantiv, das nur im Plural gebräuchlich ist (Ferien, Kosten), nennt man Pluraletantum.
- Besonderheit: der Kaufmann - die Kaufleute
Der Plural in anderen Sprachen
Im Französischen wird der Plural durch Vorstellen von "des" vor das Substantiv, an das die Pluralendung s/es gehängt wird:
- des immeubles (Immobilien)
- des voitures (Autos)
- des crayons (Stifte)
Im Englischen bildet man den Plural meist nur durch Anhängen von "s" an das Substantiv.
- houses (Häuser)
- cars (Autos)
- pencils (Stifte)
aber:
- hobbies (Hobbys)
In Esperanto bildet man den Plural nur durch Anhängen eines "j" an das Substantiv.
- domoj (Häuser)
- aŭtoj (Autos)
- krajonoj (Stifte)
- hobioj (Hobbys)
Plural von Personalpronomen
Bei Personalpronomen haben Singular und Plural unterschiedliche Bezeichnungen. Auch die Deklinationsformen sind unregelmäßig.
- ich -> wir
- du -> ihr
- er, sie, es -> sie
Siehe auch
Singular, Pluraletantum, Dual, Trial, Quadral, Paukal.
Weblink
- [http://faql.de/numerus.html Zweifelsfälle zum Plural in der deutschen Sprache]
Kategorie:Grammatik
simple:Plural
15. Jahrhundert
Das 15. Jahrhundert begann am 1. Januar 1401 und endete am 31. Dezember 1500.
Es ist die Endphase des Spätmittelalters, die Epoche des Humanismus, der Beginn der Renaissance und der Übergang zur Neuzeit.
Ereignisse und Entwicklungen
- In der Zeit von 1403 bis 1516 erobern die Schweizer Eidgenossen das Tessin.
- Das Abendländische Schisma endet 1417.
- Jeanne d'Arc führt die französischen Truppen 1429 zu einem Sieg gegen die Engländer im Hundertjährigen Krieg.
- Konstantinopel fällt 1453 an das Osmanische Reich.
- Die Hussitenkriege finden 1419 bis 1436 in Mitteleuropa statt.
- Niccolo Machiavelli schreibt Il Principe.
- 1474-1477 finden die Burgunderkriege statt, die mit dem Untergang des Hauses Burgund enden.
- Nach fast 800-jähriger muslimischer Herrschaft fällt am 2. Januar 1492 Granada, die letzte Hochburg des einst großen maurischen Reiches auf spanischem Boden (Abschluss der Reconquista). Muslime und Juden werden vertrieben.
- Christoph Kolumbus erreicht am 12. Oktober 1492 die zu den Bahamas gehörende Insel Guanahani und entdeckt damit Amerika.
- 1493-1519: Maximilian I. (HRR) regiert. Sein Beiname "Der letzte Ritter" symbolisiert den Untergang des Rittertums.
- Die Zulus besiedeln Teile des heutigen Südafrika.
- Die Spanische Inquisition wird gegründet.
- Vasco da Gama erreicht 1498 Indien.
- Niedergang des Khmer-Reiches von Angkor, 1431 Eroberung durch das Thai-Königreich Ayutthaya
- älteste Volksschauspiel Deutschlands: Drachenstich
Persönlichkeiten
- Filippo Brunelleschi erfindet die Zentralperspektive
- Leonardo da Vinci, Erfinder und Maler
- Martin Luther 1483-1546, Reformator
- Albrecht Dürer 1471-1528, deutscher Maler und Graphiker.
Erfindungen und Entdeckungen
- Johannes Gutenberg erfindet 1440 den Satz mit beweglichen Lettern, revolutioniert die Druckkunst und bricht das Informationsmonopol der Kirche.
01-15
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ja:15世紀
ko:15세기
simple:15th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 15
Cicero
Marcus Tullius Cicero ( - 3. Januar 106 v. Chr. in Arpinum (heute Arpino) zwischen Rom und Neapel; † (ermordet) 7. Dezember 43 v. Chr. bei Formiae (heute Formia), war ein römischer Politiker, Anwalt und Philosoph, sprichwörtlich der berühmteste Redner Roms und Consul im Jahr 63 v. Chr.
63 v. Chr.
Leben
Herkunft und Ausbildung
Ciceros Familie stammte aus Arpinum, einer Stadt im Gebiet der Volsker, deren Einwohner seit 188 v. Chr. das römische Bürgerrecht hatten und aus der auch Gaius Marius kam. Das Cognomen (Beiname) Cicero leitete sich vermutlich vom lateinischen Begriff cicer („Kichererbse“) ab.
Ciceros Vater war römischer Ritter, gehörte damit der zweithöchsten Gesellschaftsschicht an, für die es zu diesem Zeitpunkt jedoch wenig Möglichkeiten zur politischen Betätigung gab. Durch Bekanntschaften gab es jedoch Beziehungen zu Angehörigen der Senatsaristokratie, was Cicero zu einer guten Ausbildung in Rom verhalf. Sein Vorbild war der zu dieser Zeit berühmte Redner Lucius Licinius Crassus.
Cicero studierte Recht, Rhetorik, Literatur und Philosophie in Rom. Nach seinem Militärdienst setzte er seine Studien in Griechenland und Kleinasien fort. Er hörte Philon von Larissa und Antiochos von Askalon, die Philosophen der Neueren Akademie waren. Er kehrte 77 v. Chr. nach Rom zurück und begann seine Karriere als Politiker und Rechtsanwalt.
Ciceros Frau hieß Terentia. Aus der Ehe gingen die von ihm sehr geliebte Tochter Tullia ( - 77; † Februar 45 v. Chr.) und der Sohn Marcus ( - 65 v. Chr.) hervor.
Nach mehr als 30 Jahren Ehe leitete Cicero aus letztlich nicht geklärten Gründen die Scheidung ein. Wenig später heiratete er als 60-Jähriger die noch nicht 20-jährige Publilia. Nach dem Tode seiner Tochter wurde jedoch auch diese Ehe bald wieder geschieden.
Politische Laufbahn
Alle Ämter des cursus honorum erreichte er in dem dafür vorgeschriebenen Mindestalter (suo anno). So war er im Jahre 75 v. Chr. Quaestor auf Sizilien, wo er sich durch die Redlichkeit seiner Amtsführung den bleibenden Respekt der Sizilianer erwarb. Den Grundstein für seine politische Karriere legte er im Jahre 70, als er die Gemeinden Siziliens in dem Prozess vertrat, den sie gegen den korrupten Statthalter Gaius Verres (73-71 v.Chr.) wegen Erpressung anstrengten. Obwohl Verres' politische Freunde ihm gern zum Freispruch verholfen hätten, war das Beweismaterial, das Cicero in kurzer Zeit zusammentrug, so erdrückend, dass Verres noch vor dem Urteil Italien verließ. Dieser Prozess brachte Cicero auch die Stellung des ersten Redners in Rom ein, da er den bis dahin bedeutendsten Redner Q. Hortensius Hortalus als Verteidiger des Verres schlagen konnte.
69 v. Chr. wurde er zum curulischen Aedil gewählt. In dieser Funktion veranstaltete er die obligatorischen Spiele, zugleich eine wichtige Maßnahme, um sein weiteres politisches Fortkommen zu sichern. Ansonsten tat Cicero sich jedoch im Amt des Aedils nicht besonders hervor, sondern führte in jenen Jahren vor allem seine Geschäfte als Anwalt weiter, die ihn zum Verteidiger in zahlreichen wichtigen Strafprozessen machten.
Praetor wurde Cicero im Jahr 66 v. Chr. Das Los wies ihm unter den Prätoren das Amt des Vorsitzenden des Gerichtshofs für Erpressungen zu, einer Materie, mit der er sich schon als Advokat nachdrücklich befasst hatte.
Im Jahre 63 v. Chr. bekleidete er das Amt des Konsuls, was für ihn als Aufsteiger (homo novus) aus dem Ritterstand (ordo equester) eine besondere Auszeichnung bedeutete. Während seines Konsulats kam es zu der Verschwörung Catilinas, die jedoch verraten und unter Mitwirkung Ciceros im Ansatz erstickt wurde. Bei der Senatsberatung war es zwar Cato, der für die Todesstrafe plädierte, aber später blieb die Verantwortung für die Hinrichtung der Catilinarier an Cicero hängen, da der Senat zuvor in einem Notstandsbeschluss die Konsuln mit Maßnahmen zur Rettung des Staats beauftragt hatte. Ciceros Leistung bei der Niederschlagung des Putschversuchs blieb auch bei ihm gegenüber kritisch eingestellten Zeitgenossen wie Sallust unbestritten. Freilich neigte er selbst, nicht zuletzt wohl, da er als homo novus nicht auf bedeutende Vorfahren verweisen konnte, zur maßlosen Überschätzung seiner eigenen Leistungen. Theodor Mommsens berühmt gewordene Kritik, die Cicero das „Talent, offene Türen einzurennen“ zuspricht und ihn als „Staatsmann ohne Einsicht, Ansicht und Absicht“ zu diskreditieren versucht, wird von der heutigen Forschung kaum mehr geteilt, die versucht, nicht nur dem von Mommsen herausgehobenen Gaius Iulius Caesar, sondern auch dessen republikanisch orientiertem Gegner Cicero gerecht zu werden.
Ab dem Jahr 60 v. Chr. ging Ciceros politischer Einfluss stetig zurück und seine Gegner – insbesondere der Volkstribun Publius Clodius Pulcher, dessen Hass Cicero sich im Bona-Dea-Skandal 62/61 v. Chr. zugezogen hatte – erwirkten 58 v. Chr. – gestützt auf ein neues rückwirkendes Gesetz – seine Verbannung aus Rom, aus der er 57 v. Chr. zurückkehrte, ohne jedoch jemals die frühere politische Macht wiederzuerlangen. Daran änderte nichts, dass er als ehemaliger Consul weiterhin zur höchsten Rangklasse der Senatoren gehörte. Ab dieser Zeit wurde er stärker schriftstellerisch tätig, namentlich mit seinen politischen und philosophischen Schriften.
Cicero war ein politischer Gegner Gaius Iulius Caesars. Nachdem Cicero, 51 v. Chr. Statthalter in Kilikien, 50 v. Chr. nach Rom zurückkehrte, fand er sich im Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius wieder. Er schloss sich letzterem an, wurde nach dessen endgültiger Vernichtung 48 v. Chr. jedoch von Caesar 47 v. Chr. begnadigt.
Cicero hatte seinen bemerkenswerten Aufstieg nicht nur seinem großen Rednertalent zu verdanken, sondern auch seinem Ehrgeiz und der oft als Opportunismus angesehenen Anpassung an die politischen Verhältnisse. Während er zu Beginn seiner Laufbahn noch als zwar vorsichtiger, aber umso erfolgreicherer Gegner Sullas und der Optimaten auftrat, schwenkte er spätestens mit der Prätur um: Seitdem vertrat er die Position der Senatspartei, eine Haltung, die er bis zu Caesars Diktatur beibehielt. Ciceros politische Haltung wurde in der Forschung daher oft negativ beurteilt, so etwa im 19. Jahrhundert vom Althistoriker Theodor Mommsen:
:"Marcus Cicero, notorisch ein politischer Achselträger, gewohnt bald mit den Demokraten, bald mit Pompeius, bald aus etwas weiterer Ferne mit der Aristokratie zu liebäugeln und jedem einflußreichen Beklagten ohne Unterschied der Person oder Partei - auch Catilina zählte er unter seinen Klienten - Advokatendienste zu leisten, eigentlich von keiner Partei oder, was ziemlich dasselbe ist, von der Partei der materiellen Interessen."
Proskription und Tod
An der Verschwörung gegen Caesar war Cicero zwar nicht beteiligt, seine Äußerungen zeigten jedoch seine triumphierende Freude über den Tod des "Tyrannen". Rasch stellte sich jedoch heraus, dass Caesars Mitkonsul Marcus Antonius Caesars Nachfolge in der Alleinherrschaft anstrebte. Nun trat Cicero Antonius entgegen und wurde mit seinen 14 philippischen Reden, denen er ihren Namen nach dem Vorbild des Demosthenes gegeben hatte, zum Wortführer der republikanischen Minderheit im Senat. Die erste, gehalten am 2.9.44, beendete den Waffenstillstand zwischen Antonius und den Republikanern um Cicero. Ciceros zweite Rede enthielt maßlose persönliche Schmähungen gegen Antonius und drückte sein Bedauern darüber aus, dass Antonius an den Iden des März nicht mitbeseitigt worden war.
Danach bemühte sich Cicero, Octavian, der in Rom erschienen war und auf eigene Faust Veteranentruppen angeheuert hatte, zum Krieg gegen Antonius mit der Rückendeckung des Senats zu bewegen. Das Gelingen dieser Bemühungen löste erneut den Bürgerkrieg aus. Die Sache der Republik schien zeitweilig sogar zu siegen. Anders als von Cicero erwartet, verlangte Oktavian jedoch nach ersten Erfolgen im Sommer des Jahres 43 v. Chr. das Konsulat für sich und schloss sich danach ganz öffentlich mit Antonius und Marcus Lepidus zum zweiten Triumvirat zusammen. Die drei Triumvirn beschlossen Proskriptionen gegen ihre politischen Gegner. Cicero stand ganz oben auf der Todesliste des Antonius.
Am 7. Dezember 43 wurde er auf dessen Geheiß bestialisch ermordet: Er wurde verstümmelt durch die Straßen Roms geschleift, sein Kopf und seine Hände wurden auf den Rostra am Forum Romanum ausgestellt. Sein Bruder Quintus Tullius Cicero fiel den gleichen Proskriptionen zum Opfer.
Werke
Reden
Cicero gilt als der bedeutendste römische Redner. Er lässt (nicht eben ohne Selbstbewusstsein) seine Darstellung der Geschichte der lateinischen Redekunst im Brutus mit sich selbst enden, und spätestens seit Quintilian ist Ciceros Ruhm als 'klassisches' Vorbild unangefochten. Cicero hat die meisten seiner Reden selbst veröffentlicht; 58 Reden sind (teilweise lückenhaft) im Originaltext erhalten, etwa 100 durch Titel oder Bruchstücke bekannt. Die Texte können grob in politische Reden vor dem Senat oder dem Volk einerseits sowie Verteidigungsreden vor Gericht andererseits eingeteilt werden, wobei auch letztere oft politischen Hintergrund haben. Als Ankläger in einem Strafprozess trat Cicero nur einmal auf, nämlich gegen Gaius Verres. Seinen Erfolg verdankte er neben seiner argumentativen und stilistischen Kunst, die sich Gegenstand und Publikum perfekt anzupassen wusste (vgl. Ciceros programmatische Äußerungen im Orator), vor allem seiner klugen Taktik, die sich ebenfalls ganz auf die jeweilige Hörerschaft einstellte und durchaus auch einmal Meinungen propagierte, die gar nicht Ciceros eigene waren, sofern es nur seinem Gesamtziel diente.
Alphabetische Übersicht aller Reden:
Personen sind dabei wie üblich nach den Familiennamen sortiert, nicht nach dem abgekürzten Vornamen.
- De domo sua ad pontifices ("Über sein eigenes Haus, an das Pontifikalkollegium", 57 v. Chr.): Plädoyer in eigener Sache: Während Ciceros Verbannung hatte sein Gegner Clodius einen Teil von Ciceros Grundstück auf dem Palatin der Göttin Libertas geweiht; Cicero erklärt diese Weihung für ungültig, um eine Rückgabe zu erreichen.
- De haruspicum responso ("Über das Gutachten der Opferschauer", 56 v. Chr.): Clodius bezog einen Passus über die Profanisierung von Heiligtümern in einem Gutachten der Haruspices auf Ciceros Palatin-Grundstück (s. De domo sua) und forderte zum Abriss von Ciceros dort im Bau befindlichen Haus auf. Gegen diese und andere Vorwürfe wehrt sich Cicero mit einem Appell an den Senat, in dem er erklärt, dass vielmehr Clodius Ursache aller im Gutachten erwähnten Übel sei.
- De imperio Cn. Pompei (De lege Manilia) ("Über den Oberbefehl des Gnaeus Pompeius/Über das Gesetz des C. Manilius", 66 v. Chr.), Rede vor dem Volk
- De lege agraria (Contra Rullum) I–III ("Über das Siedlergesetz/Gegen Rullus", 63 v. Chr.): Reden des Konsulatsjahres, im Senat (I) und vor dem Volk (II/III) gehalten; eine vierte Rede ist verloren.
- De provinciis consularibus ("Über die konsularischen Provinzen", 56 v. Chr.), Rede vor dem Senat über die konsularischen Provinzen
- Divinatio in Caecilium (Vorverfahrens-Rede gegen Quintus Caecilius, 70 v. Chr.), Vorverfahren um die Übernahme der Anklage gegen Gaius Verres. Q. Caecilius Niger war unter Verres als Quaestor in Sizilien gewesen und bewirbt sich nun um die Rolle des Anklägers. Nach Cicero war er jedoch selbst in die Machenschaften des Verres verstrickt.
- In L. Calpurnium Pisonem ("Gegen Lucius Calpurnius Piso", 55 v. Chr.), politische Anklagerede gegen L. Calpurnius Piso
- In Catilinam I–IV ("Gegen Catilina I–IV", 63 v. Chr.), Reden gegen Lucius Sergius Catilina: Reden am 7. und 8. November 63 v. Chr. vor dem Senat (I) und vor dem Volk (II); Reden für Entdeckung und Bestrafung von Catilinas Anhängern, am 3. Dezember vor dem Volk (III), am 5. Dezember vor dem Senat (IV)
- In P. Vatinium ("Gegen Publius Vatinius", 56 v. Chr.), Anklagerede gegen P. Vatinius bei der Zeugenbefragung im Prozess gegen P. Sestius (s. Pro P. Sestio)
- In Verrem actio prima ("Erste Anklagerede gegen Verres", 70 v. Chr.), Anklagerede im Prozess gegen Gaius Verres wegen Erpressung von Provinzialen (crimen pecuniarum repetundarum)
- In Verrem actio secunda I–V ("Zweite Anklage gegen Verres I–V", 70 v. Chr.), Diese fünf Reden wurden wegen Verres' freiwilligem Gang ins Exil nicht vorgetragen, sondern schriftlich veröffentlicht
- Oratio cum populo gratias egit ("Danksagung an das Volk", 57 v. Chr.), Dankrede an alle, die sich für Ciceros Rückkehr aus der Verbannung eingesetzt hatten, und Ankündigung seines Wiedereintritts in die Politik
- Oratio cum senatui gratias egit ("Danksagung an den Senat", 57 v. Chr.), Dankrede an alle, die sich für Ciceros Rückkehr aus der Verbannung eingesetzt hatten, und Ankündigung seines Wiedereintritts in die Politik
- Philippicae orationes I–XIV ("Erste bis vierzehnte Philippische Rede", 44/43 v. Chr.), Reden gegen Marcus Antonius
- Pro Aemilio Scauro ("Für Aemilius Scaurus", 54 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro T. Annio Milone ("Für Titus Annius Milo", 52 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht, enthält u.a. Inter Arma Enim Silent Leges
- Pro Archia ("Für Archias", 62 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro A. Caecina ("Für Aulus Caecina", 69/ca. 71 v. Chr.), Rede für den Kläger in einem Zivilprozess vor einem Rekuperatorengericht. Rechtsgrundlage ist das Interdikt de vi armata (Besitzschutz bei Vertreibung mit Waffengewalt). Anwalt der Gegenseite ist C. Calpurnius Piso, beide Seiten berufen sich offenbar auf die Autorität des Juristen C. Aquilius Gallus.
- Pro M. Caelio ("Für Marcus Caelius", 56 v. Chr.), Rede zur Verteidigung des Marcus Caelius Rufus vor Gericht
- Pro A. Cluentio Habito ("Für Aulus Cluentius Habitus", 66 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro L. Cornelio Balbo ("Für Lucius Cornelius Balbus", 56 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro P. Cornelio Sulla ("Für Publius Cornelius Sulla", 62 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro M. Fonteio ("Für Marcus Fonteius", 69 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro Q. Ligario ("Für Quintus Ligarius", 46 v. Chr.), Verteidigungsrede für Q. Ligarius, gerichtet an Caesar als Diktator
- Pro M. Marcello ("Für Marcus Marcellus", 46 v. Chr.), Verteidigungsrede für M. Marcellus, gerichtet an Caesar als Diktator
- Pro Murena ("Für Murena", 63 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro Cn. Plancio ("Für Gnaeus Plancius", 54 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro P. Quinctio ("Für Publius Quinctius", 81 v. Chr.), älteste überlieferte Gerichtsrede Ciceros für den Kläger in einem Zivilprozess. Streitgegenstand ist die Rechtmäßigkeit früherer Beschlagnahmehandlungen des Beklagten Sex. Naevius gegen Ciceros Mandanten P. Quinctius. Anwalt der Gegenseite ist Q. Hortensius Hortalus, Richter C. Aquilius Gallus.
- Pro C. Rabirio perduellionis reo ("Für den des Hochverrats angeklagten Gaius Rabirius", 63 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro Rabirio Postumo ("Für Gaius Rabirius Postumus", 54/53 oder 53/52 v. Chr.), Verteidigungsrede im Nachverfahren zum Prozess gegen A. Gabinius wegen Erpressung von Provinzialen (crimen pecuniarum repetundarum). Es geht um den Verbleib von Bestechungsgeldern im Zusammenhang mit der Wiedereinsetzung von Ptolemaios XII. Auletes als König von Ägypten.
- Pro rege Deiotaro ("Für König Deiotarus", 45 v. Chr.), Verteidigungsrede für den König Deiotarus, gerichtet an Caesar
- Pro Sex. Roscio Amerino ("Für Sextus Roscius aus Ameria" 80 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht, Ciceros erstes Pladoyer in einem Mordprozess. Sextus Roscius war des Vatermordes angeklagt. Während des Bürgerkrieges hatten Verwandte das Vermögen von Roscius Vater an sich gebracht und versuchten nun die Beute zu sichern, indem sie den legitimen Erben des Mordes bezichtigten. - Cicero erreichte einen Freispruch.
- Pro Q. Roscio Comoedo ("Für den Schauspieler Quintus Roscius", ca. 77 oder 66 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro P. Sestio ("Für Publius Sestius", 56 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro M. Tullio ("Für Marcus Tullius", 72/71 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
- Pro L. Valerio Flacco ("Für Lucius Valerius Flaccus", 59 v. Chr.), Verteidigungsrede vor Gericht
Philosophische Schriften
- Academica priora (frühere Fassung der Bücher über die Erkenntnislehre der Akademiker)
- Catulus (Dialog 'Catulus'), 1. Teil der Academica priora, verloren
- Lucullus (Dialog 'Lucullus'), 2. Teil der Academica priora, erhalten
- Academici libri bzw. Academica posteriora (spätere Fassung der Abhandlung über die Erkenntnislehre der Akademiker in vier Büchern)
- Cato maior de senectute („Cato der Ältere über das Alter“)
- De divinatione („Über die Weissagung“)
- De finibus bonorum et malorum („Über das höchste Gut und das größte Übel“)
- De legibus („Über die Gesetze“)
- De natura deorum („Vom Wesen der Götter“)
- De officiis („Vom rechten Handeln“)
- De re publica („Über den Staat“), nur fragmentarisch erhalten, insbesondere:
- Somnium Scipionis („Scipios Traum“), letzter Teil von De re publica, separat mit dem Kommentar des Macrobius überliefert
- Laelius de amicitia („Laelius über die Freundschaft“)
- Paradoxa Stoicorum (Begründung paradoxer ethische Lehrsätze aus der Schule der Stoiker)
- Topica („Topik, Beweislehre“)
- Tusculanae disputationes („Gespräche in Tusculum“)
Rhetorische Schriften
Wie bei Cicero Leben und Werk ohnehin nur schwer zu trennen sind, so ist insbesondere die Unterscheidung zwischen philosophischen und rhetorischen Schriften zwar praktisch und übersichtlich (sie wird daher auch hier beibehalten), entspricht aber nicht Ciceros eigener Absicht und Ansicht. Schon in seinem ersten erhaltenen Werk (De inventione I 1–5) erklärt er, Weisheit, Beredsamkeit und Staatskunst hätten ursprünglich eine Einheit gebildet, die erheblich zur Entwicklung der menschlichen Kultur beigetragen habe und wiederherzustellen sei (vgl. Büchner, Cicero (1964) 50–62). Diese Einheit schwebt als Leitbild sowohl Ciceros theoretischen Schriften als auch seiner eigenen vita activa (etwa: „politisch engagiertes Leben“) im Dienste des Staates vor – jedenfalls so, wie er diese selbst idealisierend sah und gesehen haben wollte.
Daher ist es nicht erstaunlich, wenn Cicero seine philosophischen Schriften mit rhetorischen Mitteln ausgestaltet und seine Rhetoriktheorie auf philosophischen Prinzipien aufbaut. Die Trennung von Weisheit und Beredsamkeit lastet er als „Zerwürfnis zwischen Zunge und Verstand“ Sokrates an (De oratore III 61; eher wäre es Platon zuzuschreiben) und versucht sie durch seine eigenen Schriften wiederaufzuheben. Denn zur bestmöglichen Verwirklichung sind seiner Meinung nach Philosophie und Rhetorik aufeinander angewiesen (s. z.B. De oratore III 54-143); Cicero selbst bekennt, „dass ich zum Redner geworden bin [...] nicht in den Lehrstätten der Rhetoren, sondern in den Hallen der Akademie“ (Orator 12). Damit spielt er auf seinen Anschluss an die Lehren der Neuen Akademie des Karneades und Philon von Larisa an.
Die erhaltenen rhetoriktheoretischen Werke in alphabetischer Reihenfolge:
- Brutus: Das nach Marcus Iunius Brutus benannte Buch wurde Anfang 46 v. Chr. verfasst und behandelt in Form eines Dialoges zwischen Cicero, Brutus und Atticus die Geschichte der römischen Redekunst bis zu Cicero selbst. Nach einer Einleitung (1-9) beginnt Ciceros Vortrag mit der griechischen Rhetorik (25-31) und betont, dass die Redekunst als schwierigste aller Künste erst spät zur Vollendung komme. Während er die älteren römischen Redner mühsam aus zweiter Hand darstellt (52-60), spricht Cicero ab Cato aus eigener Textkenntnis; Lucius Licinius Crassus und Marcus Antonius Orator, die beiden Protagonisten von De oratore, werden ausführlich verglichen (139ff.). Nach einem Exkurs über die Bedeutung des Publikums-Urteils (183-200) und der Behandlung der Redner um Hortensius (201-283) weist Cicero die Vorwürfe des Attizismus zurück (284-300). Das Werk gipfelt in einem nicht eben bescheidenen eingehenden Vergleich zwischen den Redekünsten des Hortensius' und Ciceros selbst (301-328). Hauptabsicht des Werkes ist weniger eine Literaturgeschichte, schon gar nicht im heutigen Sinne, als eine Verteidigung Ciceros selbst gegen die Vorwürfe der Attizisten, zu denen auch Brutus zählte, sein reicher Stil sei ein Zeichen des Asianismus
- De inventione („Über die Auffindung [des Redestoffes]“): Wohl zwischen 85 und 80 v. Chr. entstanden diese ersten zwei Bücher einer nicht vollendeten Gesamtdarstellung der Rhetorik. Cicero selbst verwarf sie später zu Gunsten seiner tiefer greifenden Darstellung in De oratore, sie dienten jedoch trotz ihres fragmentarischen Charakters bis ins Mittelalter als Lehrbuch. Der fertiggestellte Teil behandelt im ersten Buch rhetorische Grundbegriffe (I 5-9), die Statuslehre (Rhetorik) im Anschluss an Hermagoras von Temnos (I 10-19) sowie die Teile der Rede (I 19-109); das zweite Buch behandelt die Argumentationstechnik, v.a. in der Gerichtsrede (II 11-154, geordnet wiederum gemäß der Statuslehre) sowie kurz in der Volksrede (II 157-176) und der Festrede (II 177-178). Ciceros Aussagen haben inhaltlich oft große Ähnlichkeit mit der ebenfalls, aber fälschlich unter seinem Namen überlieferten sog. Rhetorik an Herennius, so dass das genaue Verhältnis beider Schriften in der Wissenschaft lange umstritten war. Beide Werke sind jedenfalls ungefähr in derselben Zeit entstanden und beruhen direkt oder indirekt auf gleichen oder verwandten, wohl griechischen Quellen.
- De optimo genere oratorum („Über die beste Art von Rednern“): Diese vielleicht um 46 v. Chr., nach anderen Einschätzungen schon in den 50-er Jahren v. Chr. entstandene kurze Schrift ist eine Einleitung zur Übersetzung der Reden von Demosthenes und Aischines für und gegen Ktesiphon. Die Einleitung greift v.a. die römischen Attizisten an, ziemlich mit denselben Argumenten wie im Orator. Die Übersetzung selbst ist nicht überliefert, zudem ist unklar, ob Cicero sie überhaupt je ausgeführt hat. Die Echtheit der Schrift wurde tlw. angezweifelt, wird aber heute meist bejaht.
- De oratore („Über den Redner“) – Ciceros Rhetoriktheoretisches Hauptwerk ist nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Orator!
- Orator („Der Redner“) – nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen De oratore! Das im Sommer 46 v. Chr. entstandene Buch ist an Brutus gerichtet und entwirft ein Idealbild des vollkommenen Redners. Entgegen dem damaligen Streit zwischen Attizisten, die – wie Brutus – von Redner eine möglichst schlichte und exakte Sprache forderten, und Asianisten, die eine kunstvoll gehobene Sprache vertraten, fordert Cicero, dass der beste Redner wie Demosthenes alle Stilebenen beherrschen und sie je nach dem Thema der Rede, ja sogar innerhalb der Rede wechselnd anwenden müsse. Dazu bedarf er umfassender, v.a. philosophischer Bildung. Nur so kann er die drei Aufgaben des Redners: probare, delectare, flectere („beweisen, erfreuen, beugen“) erfüllen, denen Cicero auch die genau geschilderten drei Stilarten zuordnet (76-99). – Im Hauptteil behandelt Cicero die klassischen Arbeitsstadien des Redners, geht aber seinem Thema entsprechend auf die Auffindung (inventio, 44-49) und die Anordnung (dispositio, 50) des Redestoffes nur kurz ein, behandelt dafür jedoch ausführlich die stilistische Formulierung (elocutio, 51-236), insbesondere Stilfiguren und Satzbau inklusive Prosarhythmus.
- Partitiones oratoriae („Einteilungen der Redekunst“): Dieser wohl um 54 v. Chr., als Ciceros Sohn Marcus Rhetorik studierte, entstandene 'Katechismus' behandelt in der Form eines fiktiven Frage- und Antwortspiels zwischen Sohn (C.) und Vater (P.) die Theorie der Rhetorik, v.a. Begriffe und schematische Einteilungen. Ciceros Originalität zeigt sich hier weniger in der insgesamt trockenen Form oder großartigen Neuerungen als in der kritischen Sichtung überkommener Schulregeln und gewissen philosophischen Einflüssen im Detail, v.a. im dritten Teil bei der Behandlung von Tugenden, Gütern und Ursachen.
Weitere Schriften
Zu Ciceros weiteren Werken zählen eine Trostschrift, Beiträge zur Geschichtsschreibung, Dichtungen (etwa über sein eigenes Konsulat) sowie Übersetzungen. Diese Werke sind großenteils verloren. Aus den Gedichten sind uns einige Zitate in anderen Werken Ciceros überliefert. Diese Fragmente weisen Cicero jedoch bereits als einen der bedeutendsten – ja vielleicht den bedeutendsten – lateinischen Dichter vor Catull und den anderen Neoterikern aus. Von den Übersetzungen sind große Stücke einer Übertragung von Platons Timaios erhalten, die Cicero vermutlich nie veröffentlicht, sondern nur als Arbeitsübersetzung angefertigt hat. Außerdem besitzen wir die meist als Aratea zitierten Bruchstücke einer Nachdichtung der Himmelserscheinungen des hellenistischen Dichters Aratos von Soloi, der einer der einflussreichsten Autoren seiner Zeit war.
Briefe
Die Briefe Ciceros wurden 1345 bzw. 1389 von Petrarca und dem Florentinischen Staatskanzler und Förderer des Humanismus Coluccio Salutati wiederentdeckt. Insgesamt wurden über 900 Briefe gefunden, was anfänglich Begeisterung auslöste, die in Enttäuschung umschlug, da Cicero in ihnen nicht immer dem Ideal eines Verteidigers der Republik entsprach, als den er sich in seinen Reden und politischen Schriften darstellte.
Die Briefe wurden von Ciceros Sekretär Tiro 48-43 v.Chr. gesammelt und archiviert. Man zählt 4 Kategorien:
- Briefe an Freunde (epistulae ad familiares)
- Briefe an den Bruder Quintus Tullius Cicero (epistulae ad Quintum fratrem).
- Briefe an Marcus Iunius Brutus (epistulae ad M. Brutum).
- Briefe an Atticus (epistulae ad Atticum).
Wirkung
Atticus
Ciceros Prosa kennzeichnet ihn als Meister der lateinischen Sprache. Seine Werke vermittelten dem gebildeten römischen Publikum die griechische Philosophie, besonders die Lehren der Stoa und der sog. Neuen Akademie. Seine politischen Schriften liefern uns wichtige Quellen zu den politischen Unruhen, die die spätrepublikanische Zeit kennzeichnete, die uns seine Positionen nachvollziehen lassen. Berühmt wurde er auch durch seine Reden gegen Verres (70 v. Chr.), gegen Catilina (63 v. Chr.) und gegen Marcus Antonius (44 und 43 v. Chr.).
Seine Reden bilden zusammen mit Caesars Schriften die Grundlage für das heutige Schullatein. Nicht weniger wichtig sind aber auch seine theoretischen Schriften über den Staat und über die Gesetze. Auf Ciceros Begriff humanitas, der sich in seiner Rede über die Gesetze befindet, gehen später die Begriffe studia humanitatis für eine ganzheitliche Bildung überhaupt, humanistae, als die sich die italienischen Humanisten des 15. Jahrhunderts im Zeitalter des Renaissance-Humanismus selbst bezeichnen, also Humanisten, und in dem beginnenden 19. Jahrhundert Humanismus zurück, den als Erster Friedrich Immanuel Niethammer für Kritik an einer von der Aufklärung geprägten Pädagogik verwendet. Cicero meint mit humanitas die Bildung überhaupt, die er im Verfall begriffen sah. Besonders meint Cicero mit Bildung aber die Sprache, Rhetorik und Philosophie und damit einhergehend besonders die Tugend. Während der Aufklärungszeit, also vor Niethammer spricht man von Humanität und man meint damit allgemein Menschlichkeit. Dafür gelten als Beispiele Johann Gottfried Herder und Friedrich Schiller. Auch bei Johann Wolfgang Goethe finden wir das wieder. Bei Wilhelm von Humboldt wird der Humanismusbegriff stärker zu einem systematischen Wissenschaftsbegriff der Philosophie als es bislang der Fall war. Allerdings ist das wiederum von der allgemeinen wissenschaftsgeschichtlichen Entwicklung mit den preußischen Reformen 1810 abhängig zu sehen, die auch in die Universitätslandschaft gravierende Veränderungen bringt. Man spricht hierbei auch vom Neuhumanismus.
Für den italienischen Humanismus wird Cicero geradezu zu einem Idol und Vorbild des Menschen der Renaissance. Durch Francesco Petrarca und seine Schüler bzw. deren Nachfolger (dazu zählen u. a. Giovanni Boccaccio, Lorenzo Valla, Giovanni Aurispa, Leonardo Bruni und Guarino da Verona) kommt es zu einer Bewegung der Wiederbelebung des classischen Alterthums (Georg Voigt) (1859) oder zu einer Wiedererweckung des Alterthums (Jacob Burckhardt) (1860), wo der Renaissance-Mensch sein "Ich" im Spiegel des Altertums erkennt. Der Renaissance-Mensch begann sich als Individuum zu begreifen. Darin unterschied er sich grundlegend vom Menschen des Mittelalters, der zwar auch gelegentlich klassische Studien getrieben hatte namentlich Lektüre der Kirchenväter wie u. a. Augustinus, jedoch immer einem korporativen Verbande zugehörig blieb, während der Renaissance-Mensch daraus heraustrat. Auch der Vorgänger und Lehrer Petrarcas Dante Alighieri, obwohl er sehr versucht sich das Altertum anzueignen und gerade Cicero zu verinnerlichen weiß, ruft doch noch die Autoritäten der Kirchenväter an. Er löst die Verbindung aus diesem mittelalterlichen Verband noch nicht völlig wie Petrarca und dessen Nachfolger. Nicht selten lehnen die Humanisten wegen ihres aus der römischen Antike neugeschöpften Menschenbildes die Institution Kirche ab. (Es ist jedoch nicht so, dass es auch damals keinen christlichen Humanismus gäbe.) Diese wesentliche Unterscheidung zwischen dem Antikeverständnis und dem daraus resultierenden Menschenbild zwischen Dante und Petrarca finden wir in dieser Deutlichkeit zuerst bei Georg Voigt. Auch Petrarca beginnt eine Dichtung in lateinischer Sprache, die im Stile Cicero nachempfindet. Zu den Nachwirkungen lässt sich nicht zuletzt die Entstehung einer italienischen Hochsprache rechnen, die mit Dante beginnt. Nicht immer, wenn auch überwiegend, wird Cicero positiv gewürdigt. Als Beispiel darf hierfür die Charakteristik gelten, die Theodor Mommsen im dritten Band seiner Römischen Geschichte gibt. Trotz aller Anerkennung für sein Werk, das ihm 1902 den Nobelpreis für Literatur einbringt, erlebt Mommsen so manche Anfeindung eben wegen der Cicero-Charakteristik. Der italienische Humanismus breitet sich in ganz Europa aus. Er hat auch auf die Deutschen tiefen Eindruck hinterlassen. Er ist sogar eine der Wurzeln der Reformation. Wichtige Vertreter sind Johannes Reuchlin, Erasmus von Rotterdam und Philipp Melanchthon. Ihr Humanismusbegriff hat aber eine deutlich christliche Prägung.
Literatur
Ausgaben und Übersetzungen
Gesamtausgaben
- M. Tulli Ciceronis opera quae supersunt omnia, lat. Kritische Gesamtausgabe in Einzelbänden versch. Hrsg. in versch. Auflagen. Leipzig bzw. Stuttgart: B. G. Teubner (Bibliotheca Teubneriana).
- Works, lat.-engl. Gesamtausgabe in Einzelbänden versch. Hrsg. in versch. Auflagen. London/Cambridge, Mass.: Loeb (Loeb Classical Library).
Reden
- M. Tulli Ciceronis Orationes, lat. Kritisch hrsg. von A. C. Clark und W. Peterson. 6 Bde., Oxford 1905–1918 u.ö. (Bibliotheca Oxoniensis).
- Sämtliche Reden. Eingeleitet, übers. und erl. von Manfred Fuhrmann. Zürich: Artemis 1971 ff.
- Die politischen Reden, lat.-dt. Hrsg., übers. und erl. von Manfred Fuhrmann. 3 Bde. München: Artemis und Winkler 1993.
- Die Reden gegen Verres, lat.-dt. Hrsg., übers. und erl. von Manfred Fuhrmann. München: Artemis und Winkler 1995.
- Die Prozessreden, lat.-dt. Hrsg., übers. und erl. von Manfred Fuhrmann. 2 Bde. München: Artemis und Winkler 1997.
Philosophische Schriften
- Der Staat (De re publica), lat.-dt. Hrsg. und übers. von Karl Büchner. 4. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1987.
- Hortensius, Lucullus, Academici libri, lat.-dt. Hrsg. und übers. von Laila Straume-Zimmermann, F. Broemser und Olof Gigon. München/Zürich: Artemis und Winkler 1990.
- Über die Ziele menschlichen Handelns (De finibus), lat.-dt. Hrsg. und übers. von Olof Gigon. München/Zürich: Artemis und Winkler 1988.
- Gespräche in Tusculum. Tusculanae disputationes. Hrsg. von Olof Gigon. 7. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1998.
- Tusculanae disputationes. Hrsg.: M. Pohlenz, Bibliotheca Teubneriana, 1918.
- Vom Wesen der Götter (De natura deorum), lat.-dt. Hrsg. und übers. von W. Gerlach und Karl Bayer. 3. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1990.
- Über das Fatum (De fato), lat.-dt. Hrsg. und übers. von Karl Bayer. 3. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1980.
- Cato Maior. Laelius, lat.-dt. Hrsg. und übers. von M. Faltner. München/Zürich: Artemis und Winkler 1988.
- Vom rechten Handeln (De officiis), lat.-dt. Hrsg. und übers. von Karl Büchner. 3. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1987.
Rhetorische Schriften
- De oratore – Über den Redner, lat.-dt. Hrsg. und übers. von H. Merklin. Stuttgart: Reclam 1978 u.ö.
- Brutus, lat.-dt. Hrsg. und übers. von Bernhard Kytzler. 4. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1990.
- Orator, lat.-dt. Hrsg. und übers. von Bernhard Kytzler. 3. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1988.
Briefe
- Epistulae ad familiares, lat. Hrsg. und kommentiert von D. R. Shackleton Bailey. 2 Bde., Cambridge: University Press 1977.
- An seine Freunde (Ad familiares), lat.-dt. Hsrg. und übers. von Helmut Kasten. 4. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1989.
- Letters to Atticus (Ad Atticum), lat.-engl. Hrsg., übers. und kommentiert von D. R. Shackleton Bailey. 7 Bde., Cambridge 1965–1970.
- Atticus-Briefe (Ad Atticum), lat.-dt. Hsrg. und übers. von Helmut Kasten. 4. Aufl., München/Zürich: Artemis und Winkler 1990.
- Epistuale ad Quintum fratrem et M. Brutum, lat. Hrsg. und kommentiert von D. R. Shackleton Bailey. Cambridge: University Press 1980.
- An Bruder Quintus, An Brutus (Ad Quintum fratrem, Ad Brutum), lat.-dt. Hsrg. und übers. von Helmut Kasten. München/Zürich: Artemis und Winkler 1965.
Anthologien
- Marion Giebel (Hrsg.): Cicero zum Vergnügen. Stuttgart, Reclam 1997.
- Weeber, Karl-Wilhelm (Hrsg.): Cicero für Juristen. Frankfurt am Main: Insel 1999. ISBN 3-458-34242-7
Sekundärliteratur
Cicero allgemein
- Boissier, Gaston: Cicéron et ses amis – etude sur la societe romaine du temps de Cesar, Paris 1865. (Zahlr. unveränderte Auflagen bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein)
- Everitt, Anthony: Cicero: ein turbulentes Leben. Köln: DuMont 2003
- Fuhrmann, Manfred: Cicero und | | |